Interviews vor 2005
Jake Gyllenhaal - Interview
Das Interview wurde von Chelsea Clinton, die Tochter vom Ex-Präsidenten der USA, 2003 geführt.
Freie Übersetzung ohne Anspruch auf Richtigkeit von Biggi - 10000 Dank :o)
Zornig im existentiellen Kultdrama Donnie Darko (2001); überschreitet die feine Linie zwischen Leidenschaft und Besessenheit im Film "The Good Girl" letzten Sommer
(in welchem sein Charakter, Holden Worther, eine ramponierte Ausgabe von "The Catcher in the Rye" mit sich herumschleppt); betrauert die Verluste an Menschenleben und der Jugend in "Moonlight Mile".
Jake Gyllenhaal wurde das Aushängeschild für Außenseiter, eigenbrötlerische Charaktere. Nicht zufrieden damit, sich zurückzulehnen und hübsch in irgend eine [oder in jede] Kategorie zu passen, dreht er seinen ersten Aktionfilm, Roland Emmerich's "The day after tomorrow". Mit einem schrulligen niedergeschlagenen Charisma, die Erinnerungen wachrufen an Dustin Hoffmann's "Die Reifeprüfung" (1967), stellt sich Gyllenhaal ansteckend unvorsehrbar heraus im Film und in Interviews, wie seine Freundin Chelsea Clinton herausfindet.
CHELSEA CLINTON: Jake! Wie geht es Dir?
JAKE GYLLENHAAL: Mir geht es gut, danke. Wo bis Du? In London?
CC: Eigentlich bin ich in Oxford in der Schule.
JG: Hmm. Ich habe das College abgebrochen, weißt Du.
CC: [lacht] Ich weiß, mein Lieber. Und wo bis Du gerade?
JG: Ich tobe mich gerade in New York City aus.
CC: Du hast mir kürzlich erzählt, dass Du bei einen Aktionfilm mitmachst. Werde ich Dich im Film mit entblößten Muskeln und einer ziemlich eindrucksvollen schneidigen Figur sehen ?
JG: [lacht] Yeah. Wir drehen in Martha's Vin -- nein, nicht Martha's Vineyard -- Montreal.
CC: Ich wünschte, Du würdest in Martha's Vineyard drehen.
JG: Ich erinnere als ich zum 51. Geburtstag von Deinem Vater nach Martha's Vineyard ging, wo wir uns trafen.
Unsere beiden Familien sind befreundet mit den Danson-Steenburgens [die die Gastgeber der Party waren] und
ich war eingeladen.
CC: Wir sassen zusammen beim Abendessen.
JG: Und wir fingen sofort an uns zu unterhalten. Ich werde nächste Woche mit meiner Mutter zum Weinberg fahren.
CC: Deine Mutter ist solch eine Heldin.
JG: Ist sie. Genau wie Deine.
CC: Ja, das ist sie. Meine Eltern kommen tatsächlich hierher und ich bin sehr aufgeregt.
JG: Übrigens, was studierst Du eigentlich?
CC: Ich bin dabei den MPhil (Master of Philosphy?) zu erwerben, in international Beziehungen. Ich bin im zweiten Jahr von einem Zwei-Jahres-Programm, gegenwärtig arbeite ich an meiner Dissertation. Erzählt mir, wie geht es Deiner Familie, wie geht es Deiner Schwester?
JG: Maggie ist großartig. Sie macht gerade diesen Film [Mona Lisa's Lächeln] mit Julia Roberts und eine ganze Besetzung von schönen Frauen. Sie arbeitet wirklich hart. Und ihr Film "Die Sekretärin" kommt sehr gut an.
CC: Ihr Film kommt sehr gut. Meine Mutter mag ihn. Aber lass uns über Dich sprechen. Du machts einen Actionfilm. Wer bist Du in dem Film?
JG: Ich spiele Dennis Quaid's Sohn. Sagt das genug?
CC: Nein, nicht wirklich.
JG: Okay. Der Film nennt sich "The day after tomorrow". Es geht um globale Erwärmung, welches unglücklicherweise ein Thema ist, worüber sich die Menschen nicht informieren. Vielleicht hören sie zu, wenn es auf spektakuläre Weise präsentiert wird. Weißt Du?
CC: Richtig. Gut, sprechen oder lesen, liest Du gerade was interessantes?
JG: Ich lese zufällig gerade mein Lieblingsbuch [J.D. Salinger's] Franny and Zooey. Hast Du das Buch gelesen?
CC: Habe ich. Hast Du auch "The Catcher in the Rye" gelesen?
JG: Natürlich. Übrigens viele Male.
CC: Wie alt warst Du, als Du es zum ersten Mal gelesen hast.
JG: I denke ich war 12. Wir waren im Familienurlaub auf Hawaii und meine Schwester gab es mir zu Weihnachten. Ich kann mich erinnern, dass ich es nicht weglegen konnte. Du weißt, meine Produktionsfirma, die sich Nine Stories Productions nennt, ist eine Huldigung an J.D. Salinger's Buch mit Kurzgeschichten. Nach "The catcher in the rye" habe ich alles gelesen, was er geschrieben hat. Und nun bin ich auf dem Trip, alle Bücher noch einmal zu lesen.
CC: Empfindest Du heute, als Erwachsener, die Texte beim Lesen anders als früher?
JG: Ich denke, ich habe nun eine deutliche Einschätzung von den Einzelheiten - den Ideen, der Art von Buddhismus, die sich über die Arbeiten von Salinger ausbreiten. Du weißt, ich denke es ist genial, dass J.D. Salinger nicht möchte, dass irgendjemand sein Buch verfilmt, weil es niemanden gibt, der es spielen kann. Es ist, was es ist - für jeden. Ich habe viele Leute getroffen, die es wirklich ablehnen. Besonders einige Frauen, die ich kenne.
CC: Wirklich? Wieso? Als Protest gegen - und hier will ich versuchen, die zu schützen, die noch keine Gelegenheit hatten es bisher zu lesen - verschiedene Werkzeuge, die Holden in der Nacht seiner Selbstentdeckung gebrauchte?
JG: Ich möchte nicht geschlechtsspezifisch sein und ich hasse das Trennen von Mann und Frau. Aber ich denke, dass männliche Angst, insbesondere als heranwachsender Jugendlicher, sehr spezifisch ist. Ich denke, dass bei Mädchen der Weg zur Fraulichkeit früher beginnt und es auf eine andere Weise beginnt als bei Jungen. Wenn die Jungen in die Pubertät kommen, sind die Mädchen gewissermaßen schon längst durch die Pubertät durch und einige Leute bringen das nicht in Zusammenhang.
CC: Das ist interessant. Ich denke nicht, dass ich jemals jemanden getroffen habe, der das Buch vehement abgelehnt hat. Ich kenne Menschen, die es nicht mögen, so sehr ich erwartet hatte, sie würden es doch tun, aber ich musste niemals verteidigen, warum ich das Buch mag. Es ist eine besondere Erfahrung, es zu lesen, wenn du in einem Alter bist wie Holden im Buch. Ich musste es in der Highschool lesen und es zwang mich und meine Freunde, darüber nachzudenken, wie wir waren in unseren Leben.
JG: Mm-hmm.
CC: Ich würde Menschen ermutigen, es zu lesen in der Hoffnung, dass es vielleicht einen ähnlichen inspirativen Effekt hat. Fühltest Du Dich Holden Caulfield-mäßig, als zu "The Good Girl" gemacht hast? Stimmst Du mit der Interpretation [des Buches] von Deinem Charakter überein?
JG: Es gibt etwas an ihm, dass mich glauben läßt, dass er nur das eine Buch liest. Er ist so verloren, dass er sich gewissermaßen nur der "Holden"-Person annimmt, weil er annimmt dass es allumfassend ist. Es gibt eine lustige Szene im Film, wo Jennifer Aniston's Charakter zu meinem Charakter sagt: "Dein Name ist Tom?". Und er sagt: "Tom ist mein Sklavenname. Ich nenne mich selbst Holden."
CC: [lacht] Ich erinnere mich an diese Szene.
JG: The Malcolm X der weißen Vorstadtjungen.
Chelsea Clinton ist gegenwärtig eine Universitätsabsolventin an der Oxford Universität.
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