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26.10.2011

Interviews 2011

 
03.11.2011
Jake im Interview über seine Motivation für das Projekt "Edible Schoolyard"
 
fashionweekdaily.com sprach auf einem Spenden-Dinner, das am 26.10.2011 für das Projekt "Edible Schoolyard" veranstaltet wurde, mit dem "Sexiest Farmer Alive".
 
 
 
  

08.06.2011 Frankfurter Rundschau fr-online.de

Empfehlung von Sasha:

Und hier noch ein wirklich lesenswertes Interview aus der Frankfurter Rundschau:

 

Ich brenne noch!

Interview: Ulrich Lössl

 

Schauspieler Jake Gyllenhaal riskiert gern auch mal kreative Fehltritte. Im FR-Interview erklärt der Hollywoodstar auf welche Filme er stolz ist und welche Vorbilder ihn geprägt haben.

 

Herr Gyllenhaal, Sie überraschen Ihr Publikum immer wieder: Mal mimen Sie einen Märchenprinzen in einer Disney-Produktion, jetzt spielen Sie im Independent-Film Source Code einen Hubschrauberpiloten, der eine Stadt vor einem Terroranschlag retten muss. Hand aufs Herz: Was ist Ihnen lieber?

Muss man sich mit 30 wirklich schon entscheiden? Ich strebe wie viele meiner Kollegen in Hollywood eher eine Mischkalkulation an. Das heißt, nach einem Popcorn-Blockbuster wie Prince of Persia: Der Sand der Zeit kommt jetzt ein kleiner, aber feiner Independent-Film.

 

Zur Person

Jacob Benjamin Gyllenhaal, 31, wuchs in Los Angeles auf und spielte mit elf Jahren in seinem ersten Film, City Slickers Die Großstadthelden , den Sohn des Darstellers Billy Crystal. Der Sprung vom Kinderstar zum Charakterschauspieler gelang ihm 2001 mit dem Kult-Film Donnie Darko .

Preisgekrönt ist seine Darstellung als schwuler Cowboy in Ang Lees Drama Brokeback Mountain (2006, Oscar als bester Hauptdarsteller). Sein neuer Film, der Science-Fiction-Thriller Source Code (Regie: Duncan Jones), ist gerade in deutschen Kinos angelaufen.

 

Die Blockbuster sind nur das Mittel, damit Sie sich die Ausflüge ins Autorenkino leisten können?

Nein, auch auf die Blockbuster bin ich stolz. The Day After Tomorrow zum Beispiel thematisiert ja die Klimakatastrophe. Und Jarhead Willkommen im Dreck erzählt vom Wahnsinn des Golfkrieges, Brokeback Mountain rührt am Tabu Männerliebe und in Love and other Drugs geht es auch um die Hybris der amerikanischen Pharma-Industrie.

 

Sie bekommen mittlerweile Millionen-Gagen. Da hat schon mancher Ihrer Kollegen das Augenmaß dafür verloren, welche Rollen ihm gut tun.

Sicher, die Gefahr ist groß, ab einer gewissen Gagenhöhe und ab einem gewissen Berühmtheitsgrad selbstgefällig und hohl zu werden. Das gebe ich gerne zu. Aber ich bin noch nicht in diese Falle getappt. Ich brenne noch! Noch will ich es wissen. Noch trage ich in jedem meiner Filme meine Haut sprichwörtlich zu Markte. Ich arbeite ohne Sicherheitsnetz.

 

Wie Sie schon sagten: noch!

Ich hoffe, dass ich nie klein beigeben werde. Ich orientiere mich da lieber an meinen großen Vorbildern Paul Newman, Anthony Quinn, Steve McQueen und Mar-lon Brando. Die haben sich auch nicht ausverkauft. Und wenn ich mir ansehe, wie gut sich meine Schwester Maggie im Filmbusiness schlägt, gibt mir auch das große Hoffnung.

 

Paul Newman war Ihr Patenonkel. Welches war der beste Rat, den er Ihnen je gegeben hat?

Beschleunige erst dann wieder, wenn du fast schon aus der Kurve heraus bist. (Lacht) Paul, der ja auch ein passionierter Sportwagenfahrer war, hat mir meine erste Fahrstunde gegeben.

 

Ihr Vater ist Regisseur, Ihre Mutter Drehbuchautorin, Ihre ältere Schwester Schauspielerin hatten Sie eigentlich je eine Chance einen anderen Beruf als den des Schauspielers zu ergreifen?

Oh ja, meine Eltern haben mich lange davon abbringen wollen, diesen verrückten und finanziell sehr unsicheren Beruf zu wählen. Sie wussten aus eigener Erfahrung, wie hart und ungerecht das Filmbusiness sein kann. Aber als ihnen klar wurde, dass meine Begeisterung für die Schauspielerei nichts mit Flausen im Kopf zu tun hatte, sondern echt war, haben sie mich auf jede erdenkliche Art und Weise unterstützt. Ich liebe die Schauspielerei vor allem wegen des Geschichtenerzählens. Am glücklichsten bin ich, wenn ich Teil einer großartig erzählten Geschichte sein darf. Das ist mein Antrieb als Künstler.

 

Andere Schauspieler Ihres Kalibers treibt irgendwann vor allem die Ruhmessucht an. Glauben Sie, dass Sie gegen solche Eitelkeiten gefeit sind?

Der Thrill, mich auf einem Kinoplakat zu sehen, hält sich bei mir tatsächlich in Grenzen (lacht). Aber der Thrill, mit einem so fantastischen Schauspieler wie Heath Ledger zusammenarbeiten zu können, ist unbeschreiblich. Oder mit so einem visionären jungen Regisseur wie Duncan Jones. Ich war total aus dem Häuschen, dass er mich für Source Code haben wollte. Ich fand auch schon seinen Debüt-Film Moon ganz außergewöhnlich.

 

Sie scheinen wieder experimentierfreudiger zu sein

und mutiger, auch mal einen kreativen Fehltritt zu riskieren, ja. Das hat etwas sehr Befreiendes. Denn nur dadurch entwickelt man sich weiter. Das heißt nicht, dass ich Source Code als kreativen Fehltritt bewerte das Gegenteil ist der Fall. Der Film war ein Schritt in die richtige Richtung. Ich werde künftig wieder mehr Filme machen, die ich machen will, und weniger die, die man von mir erwartet. Ich befinde mich privat wie beruflich in einem Zustand der Transformation, in dem fast alles passieren kann. Das ist aufregend.

 

Wie sehr behindert Sie als Künstler das öffentliche Interesse an Ihrer Person?

Sie meinen die Paparazzi, die einen auf Schritt und Tritt verfolgen? Dieser ganze Celebrity-Schwachsinn? Manchmal rufe ich den Leuten ein Get a life! zu, meist zucke ich aber nur mit den Achseln. Wenn man wirklich will, kann man sich dem ganzen Rummel ganz gut entziehen sogar in Los Angeles.

 

Ihre Beziehung mit Reese Witherspoon wurde ziemlich ausgebreitet, besonders das Ende.

Stimmt, es ist nicht einfach, wenn eine Beziehung unter dem Vergrößerungsglas der Medien zu Bruch geht. Das ist schon ohne die Fotos und bösartigen Kommentare schlimm genug. Aber auch dadurch habe ich mich nicht verbiegen lassen. Das wäre dann wirklich schlimm.

 

Sie scheinen sich relativ entspannt durchs Leben zu bewegen wie viel Schauspielerei ist da dabei?

Keine, hoffe ich zumindest. Die Schauspielerei reserviere ich mir wirklich nur fürs Kino. Und da habe ich den großen Ehrgeiz, dass alles, was ich mache, leicht und locker aussieht. So wie es zum Beispiel Cary Grant und Jimmy Stewart gemacht haben. Das ist für mich die größte Kunst: Schweres leicht erscheinen zu lassen.

 

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31.05.2011 SUBWAY.de IN-Magazin Bericht/Interview

 

Ein Typ für schwierige Stoffe

Er war der Gay-Cowboy in Brokeback Mountain und der harte GI im Golfkriegs-Drama Jarhead . Mit seiner Schwester Maggie spielte er im schrägen Fantasy-Streifen Donnie Darko , mit Dustin Hoffman war er in Moonlight Mile zu sehen. Nun spielt Gyllenhaal im Fantasy-Thriller Source Code die Hauptrolle. SUBWAY sprach mit dem Multitalent.

Wie gefällt Ihnen der Song, den Amy Macdonald Ihnen gewidmet hat?

Davon weiß ich gar nichts, das klingt jedenfalls sehr nett. Ich hoffe nur, Sie hat meinen Namen richtig ausgesprochen!

Viele Stars mit seltsam klingenden Namen legen sich ein Pseudonym zu. Wie kommen Sie mit dem Zungenbrecher zurecht?

Es ist sicher nicht der am einfachsten auszusprechende Name, ich freue mich schon, wenn die Leute sich Mühe damit geben. In der Schule blieb ich von diesen Problemen zum Glück verschont, denn meine Schwester war eine Klasse über mir und mit Maggie legt sich niemand an. (lacht)

Wie kommt ein Hollywood-Star dazu, mit einem Regisseur zu arbeiten, der erst einen einzigen Film gedreht hat?

Dieser erste Film Moon war einfach so außergewöhnlich und grandios, dass ich unbedingt mit dem Regisseur Duncan Jones arbeiten wollte. Was dort visuell mit relativ wenig Geld geboten wurde, fand ich äußerst faszinierend. Man fühlte sich vom Regisseur auf angenehme Weise an der Hand genommen das hat mich überzeugt, dass dieser Typ ganz genau weiß, was wer macht.

Wie ist es zu der Zusammenarbeit gekommen?

Ich sagte meinem Agenten, dass ich Duncan gerne treffen wollte. Wir haben uns sofort bestens verstanden und er meinte, dass ich unbedingt einmal in einem seiner Filmen spielen sollte. Darauf sagte ich, dass ich bereits ein Drehbuch hätte, dass für ihn in Frage kommen könnte. Ich schickte es ihm und vier Tage später kam seine Zusage. 

Die Geschichte ist ungewöhnlich komplex für Hollywood

Allerdings, und es hat mir totalen Spaß gemacht, meinen Freunden die ersten zehn Minuten von Source Code zu erzählen. Jeder hat gefragt: Was, der Zug explodiert? und Was, er erkennt sein eigenes Gesicht nicht mehr? . Dann habe ich sie beruhigt und erklärt, dass die Story anschließend noch viel aufregender wird. (lacht)

Verzwickte Filme scheinen Ihre Leidenschaft?

Ich finde solche Stoffe sehr reizvoll. Damals bei Donnie Darko hat jeder Tag der Dreharbeiten mit Fragen begonnen: Was machen wir heute? , Was ist gestern passiert? , Habe ich diesen Typen bereits getroffen? . Solche Überlegungen, die zum ständigen Entwicklungsprozess für eine Geschichte führen, gefallen mir ausgesprochen gut.

Was würden Sie tun, wenn Sie wie Ihr Held noch acht Minuten zu leben hätten?

Ich würde meine Familie anrufen und mich mit ihnen unterhalten. Am liebsten würde ich etwas finden, worüber ich lachen könnte das Bild von lachenden Buddhas fand ich schon immer sehr faszinierend.

Und wenn Sie auch in der Zeit reisen könnten, was würden Sie in der Vergangenheit ändern?

Wenn ich, wie im Film, in den Körper einer anderen Person eintauchen könnte, dann würde ich John F. Kennedy oder Martin Luther King vor dem Attentat auf sie warnen. Ganz aktuell würde ich Japan vor der Atomkatastrophe warnen die Liste ist unendlich lang.

Wie leicht ist es für Sie, solche Projekte zu finden?

Merkwürdigerweise ist es mittlerweile sehr schwierig geworden, kleine Filme zu produzieren. Ein billiges Projekt mit einem Budget von unter fünf Millionen Dollar ist längst nicht so einfach zu realisieren wie ein Film, der doppelt so teuer ist. Das klingt ziemlich verrückt, aber so ist die Realität in Hollywood.

Die Grenze von Kunst zu Kunstgewerbe ist fließen. Wie groß ist die Gefahr, dass bei solch einer Story die Sache überkandidelt oder kitschig ausfällt?
Diese Gefahr besteht ständig. Deswegen mache ich mir ständig Gedanken über mein Publikum und Duncan tat es ebenfalls. Unsere Waffe gegen Kitsch ist der Humor. Sobald eine Szene in Gefahr geriet, zu überkandidelt auszufallen oder sich selbst zu ernst zu nehmen, haben wir das mit einem Lacher gelöst. Duncan und ich haben beim Dreh ständig Späße gemacht, denn wir beide nehmen die Dinge und uns selber nie zu ernst.

Sie waren Kandidat für Spider-Man , Batman und Superman sind Sie im Nachhinein froh, dass der Kommerz-Kelch dieser Popcorn-Helden an Ihnen vorüberzog?

Ich habe absolut nichts gegen diese Filme. Sie haben enormen Erfolg, was sicher auch an der Qualität der Regisseure liegt. Der entscheidende Unterschied liegt für mich immer darin, ob man einfach nur einen sehr teuren Film macht oder einen Film, der eine Vision hat. Unterhaltung hat auch eine Verpflichtung: Sie muss ihre Geschichten intelligent erzählen. Deshalb wäre Duncan der perfekte Regisseur für den perfekten Big Budget-Film.

Wie wichtig ist für Sie der Spagat zwischen Kunst und Kommerz?

Das ist für mich nicht mehr wichtig. (lacht) Letztlich ist es unerheblich, wie groß ein Projekt ist   solange die Story stimmt, findet ein Film auch sein Publikum. Diese Erfahrung habe ich mit Brokeback Mountain ebenso gemacht wie mit Donnie Darko der hat nach dem Start zwar keine Rekorde gebrochen, aber auf Dauer war er höchst erfolgreich.

Sind die Erfolge komplexer Filme wie Winters Bone oder Black Swan nur Zufall oder hat sich das Amerika-Bild in Hollywood verändert?

Es hat sicher eine Veränderung gegeben, die ich wunderbar finde. Pulp Fiction und Robert Redfords Sundance Festival haben unabhängigen Produktionen einst einen Boom verschafft und diese Stimmung scheint derzeit wieder zurückzukehren. Für Schauspieler ist das eine großartige Entwicklung.

Nehmen Sie einen Film wie Prince of Persia ebenso ernst wie Source Code ?

Absolut! Ich nehme jeder meiner Rolle immer ausgesprochen ernst. Wenn ich eine Figur spiele, dann bedeutet sie mir alles anders könnte ich überhaupt nicht arbeiten.

Würden Sie nicht gerne noch einmal mit Ihrer Schwester Maggie drehen?

Warum nicht? Wir haben allerdings nie großartig darüber gesprochen, wir unterhalten uns mehr über Familiensachen. Aber es wäre sicher verlockend, wenn wir einmal gemeinsam Theater spielen würden.

 

Dieter Oßwald

 

31. Mai 2011 monsters&critics.de Bericht/Interview

Jake Gyllenhaal - Der Acht-Minuten-Mann

Von Claudia Nitsche
26. Mai 2011

Jake Gyllenhaal sofort Feuer und Flamme für 'Source Code': ''Die ersten acht Minuten des Drehbuchs haben mich fasziniert wie lange nichts anderes. Und der Rest wurde sogar noch besser', erklärt er.

 

Es gibt keinen Unterschied. Jake Gyllenhaal ist nicht größer als man denkt, nicht kleiner und nicht dicker. Er sieht in Wirklichkeit exakt genauso aus wie auf der Leinwand. Genauso gut. Verlassen von Reese Witherspoon und Taylor Swift steigt er herab aus der Fantasiewelt, sitzt einem gegenüber - und reibt sich die Augen. Im Verlauf des Gesprächs wird er sich noch öfter vorzugsweise die Nase reiben. Womöglich ein Fluchtreflex, wenn er Fragen über Kriege beantworten soll, die sein Land gegen andere Nationen führt. Mit dem Film hat das bedingt zu tun. Gyllenhaal spielt in 'Source Code' (Start: 02.06.) einen Soldaten, immerhin.

 

Die Arbeit auf engem Raum bereitete Jake Gyllenhaal kaum Probleme - er habe schon als Kind in Karton gesessen und Raumschiff gespielt.

 

Duncan Jones, der mit seinem Debüt 'Moon' die Geldgeber in der Kinolandschaft beeindruckt hat, drehte mit ihm in der Hauptrolle. Daran lässt sich der kometengleiche Aufstieg des Regisseurs erkennen, denn Jake Gyllenhaal ist einer der ganz Großen in Hollywood.

 

Das geschah durch 'Donnie Darko' vor mittlerweile zehn Jahren. Dann sein scheuer Auftritt neben Heath Ledger in 'Brokeback Mountain' (2005), dem Drama, das bereits in die Filmgeschichte einging. Co-Star Heath Ledger wurde sein Freund. Jake Taufpate von dessen Tochter Matilda.

 

Die Stuntszenen in 'Source Code' bereiteten seiner Mutter mehr Kopfzerbrechen als ihm: Sie fand den Film 'verstörend', erinnert sich Jake Gyllenhaal.

 

Gyllenhaal kann große und kleine Filme, pendelt vom Muskelspiel im Epos 'Prince Of Persia' (2010) zur Liebesgeschichte, die von kleinen Gesten lebt, 'Love And Other Drugs' (2010).

 

In 'Source Code' fragt er sich wieder, wie bei 'Donnie Darko', was eigentlich los ist. Er gibt einen Soldaten, der immer wieder in den Körper eines Mannes versetzt wird. Acht Minuten hat er Zeit, um eine Katastrophe zu verhindern, acht Minuten, bevor der Zug explodiert. Und so grüßt Jake immer wieder das Murmeltier auf Reisen, die seiner Gesundheit schaden.

Jake Gyllenhaals letzter Wunsch wäre, 'noch einmal Lachen können. Buddha lacht immer und ich mag die Vorstellung, diesesGefühl, ein Lachen auf den Lippen zu haben.'

 

Nein, bequem dürften die Dreharbeiten nicht gewesen sein, geschweige denn abwechslungsreich: Es gibt eigentlich nur zwei Schauplätze, den Eisenbahnwaggon und den dunklen Raum, in dem der Soldat festgeschnallt ist und Bericht erstatten muss von seiner Mission.

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Aber es ist doch erstaunlich, wie viel man an so wenigen Orten passieren lassen kann, oder?' Jake Gyllenhaal lacht und blickt in die Runde. 'Die ersten acht Minuten des Drehbuchs haben mich fasziniert wie lange nichts anderes. Und der Rest wurde sogar noch besser', grinst er breit, als würde er seinen Kumpels von einem Mädchen erzählen.

 

'Aber eigentlich', sagt er, 'war Duncan Jones der Grund, weshalb ich diesen Film drehen wollte'.

Da ist eine Menge Understatement dabei, denn Jake Gyllenhaal war vor dem Regisseur an Bord. Und der Vorschlag mit Duncan Jones kam von ihm, weil er gerade 'Moon' gesehen hatte und begeistert war von David Bowies Sohn und dessen Fähigkeiten als Regisseur. 'Ganz erstaunlich', fand er das ungewöhnliche Kammerspiel, das im Kino dennoch am richtigen Platz war.

 

Auch die Dreharbeiten zu 'Source Code' hätten sich ein bisschen wie die Arbeit auf der Bühne angefühlt, und die kennt er, auch da war er schon erfolgreich, unter anderem in London am Theater.

Jake Gyllenhaal stammt aus einer Hollywoodfamilie: Sein Vater ist Regisseur, seine Mutter Produzentin, seine Schwester Schauspielerin. Seine Patentante ist Jamie Lee Curtis.

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Es gab bestimmte Regeln auf so kleinem Raum', erinnert er sich an den Dreh. 'Alles musste sehr kontrolliert passieren, wir hatten kaum Spielraum.' Hier und da erschien es ihm etwas klaustrophobisch. Aber schließlich habe er schon als Kind in einem Karton gesessen und so getan, als wäre er in einem Raumschiff. Er lacht sein unschuldiges Lachen, das man sonst nur bei unter Elfjährigen findet, und man versteht, wie Jake Gyllenhaal zu Everybody's Darling wurde.

 

Immer mehr entwickelt sich 'Source Code' zum Actionfilm, und nein, es habe keinen Stuntman gegeben, erklärt der Hauptdarsteller. Bevor er das sagt, tut er, als müsste er überlegen.

 

'Dann habe ich das wohl selbst gemacht', grinst er. 'Meine Mutter hat damit mehr Probleme als ich. Sie mochte den Film nicht.' Er verbessert sich, bevor einer mitschreibt. Sie habe den Film schon gemocht, er sei nur 'verstörend' gewesen. Auch die Produzentin und Autorin Mrs. Naomi Foner ist dann halt in erster Linie Mutter ihres Sohnes und findet es irritierend, wie der sich bei einigen spektakulären Szenen beinah den Hals bricht.

 

In zweiter Ebene behandelt der Film die Trennung von Körper und Seele - und den Tod. Er doziert kurz zum Thema, lügt ein wenig und fabuliert von seinen Recherchen, bis er theatralisch erklärt, dass sogar er - sorry - nicht weiß, was da noch passiert nach dem Tod. Dann lächelt er spitzbübisch.

 

Immer wieder erlebt Jake im Körper eines anderen die letzten acht Minuten vor seinem Tod. Die Frage liegt nahe, was er in dieser Zeit lieber machen würde: 'Es gibt Leute, die mir mehr am Herzen liegen als die, die sich hier im Raum befinden', entschuldigt er sich. Es werde wohl auf Kontakt mit seiner Familie rauslaufen. Sein Wunsch wäre: 'Noch einmal lachen können. Buddha lacht immer, und ich mag die Vorstellung, dieses Gefühl, ein Lachen auf den Lippen zu haben.' Man muss ja nicht immer gleich sterben. Also, was ist das Beste, was man in acht frei verfügbaren Minuten tun kann?

'Popcorn in der Mikrowelle zuschauen', strahlt er und verwandelt sich sofort in den kleinen Bruder von Maggie Gyllenhaal zurück, der vermutlich nicht mal über die Tischkante schauen kann. Jake ist in seinem Element: 'Es ist großartig, wie diese kleinen Körner zu Popcorn werden. Da wird mir nie langweilig, das könnte ich immer wieder ansehen.'

 

So gern er auf kleinen Jungen macht, der 30-Jährige ist kein Teamplayer mehr. Er trägt einen Film auf seinen Schultern. 'Das ist eine Ehre', beteuert der Mann, dessen gesamte Familie in derselben Branche arbeitet. 'Würde keiner an dich glauben, bekämst du nicht diese Möglichkeit. Außerdem: Ehrlich, es ist gar nicht unbedingt Druck, wenn da ein gutes Drehbuch ist und Duncan Jones an den Reglern sitzt. Dann ergibt das eher ein schönes Gefühl, weil du herumläufst mit einem Geheimnis in deiner Hosentasche, das keiner kennt.'

Apropos Geheimnis: Auch sein nächstes Projekt werde eine ganz kleine Produktion sein, grinst er und verschwindet in den Märchenwald.

 

Quellen der Autorin: Kinowelt GmbH und Twentieth Century Fox

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21. 05. 2011

von: Doreen

Das deutsche Magazin IN vom 21.05. hat ein Interview mit Jake veröffentlicht, welches entstanden ist, als er zur Source Code-Vorpremiere in Berlin weilte. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Interviewerin sehr angetan ist von ihrem Gast. Detailverliebt beschreibt sie seinen Rundumauftritt und das freut uns doch sehr!

 

Im österreichischen Magazin Seitenblicke ist ebenfalls ein Interview aus diesem Zeitraum  erschienen. In einigen Bereichen ähnelt es dem IN-Magazin, allerdings fehlt uns hier irgendwie ein bisschen die rechte Begeisterung für den Interviewpartner. ;)

21.05.2011 Zeitungsberichte

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Interview MAXIM online - April 2011

Er spielte einen zeitreisenden Jugendlichen, einen launischen Marine und einen konfliktbeladenen Cowboy. Jetzt rettet er Leben in dem Actionthriller Source Code . Kein Wunder, dass deine Freundin nicht von ihm loskommt.



M: Hätten Sie sich jemals vorstellen können, dass die ganze Welt weiß, wie man Ihren Nachnamen ausspricht?
JG: Das war immer mein Ziel. Wenn ein Name aus so vielen Buchstaben und Silben besteht, bleibt einem nur die Wahl, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

M: Gibt es jemanden, der ihn immer noch falsch ausspricht, wie zum Beispiel Telefonverkäufer?
JG: Sie murmeln meinen Namen eher, etwa Hallo Herr Blahblahblah. , so als ob die Verbindung gerade schlecht wäre. Aber auf irgendeine Art wird mein Name fast täglich verdreht.

M: Erzählen Sie uns von Source Code . Der Film scheint schwer zu erklären zu sein.
JG: Stimmt, ich versuche nur Filme zu machen, die schwer zu erklären sind, so dass die Leute sich den Film ansehen müssen. Das hilft ungemein in Bezug auf den Kartenverkauf. Source Code ist eine seltsame Vermischung verschiedener Genres. Letztendlich ist es eine Geschichte über jemanden, der bewusstlos ist und der sich seines Lebens bewusst wird.

M: Ein Teil der Geschichte beinhaltet einen explodierenden Zug. Haben Sie die Dreharbeiten vorsichtiger in Bezug auf Zugreisen gemacht?
JG: Ich hatte immer eine Hassliebe zu Zugreisen, da ich als Kind einen schrecklichen Alptraum in einem Zug hatte. Vielleicht war Source Code für mich eine Möglichkeit, einige dieser Probleme, die ich als Fünfjähriger hatte, zu beheben.

M: Ihre Source Code Figur ist beim Militär, aber es ist eine ganz andere Rolle als die, die Sie in Jarhead gespielt haben.
JG: Jarhead ließ einen völlig eintauchen in die Welt der Marines und in diesem Fall ist meine Figur ein Hubschrauberpilot bei der Armee. Es war faszinierend, über dieses Thema etwas zu lernen, aber definitiv anders. Zum Beispiel umfasste Jarhead ein einmonatiges Boot Camp.

M: Kommen Marines zu Ihnen, um über Jarhead zu sprechen?
JG: Die ganze Zeit und sie haben unterschiedliche Meinungen. Sie sagen Dinge wie: Dieser Teil war Mist, aber ich mochte den Film. Kürzlich kam ein Mann auf mich zu und sagte: Mein Freund hat sich wegen dieses Films verpflichtet. Ich denke, jeder der an Jarhead beteiligt war, hat eine andere Meinung darüber, ob man jemanden ermutigen sollte, sich zu verpflichten.

M: Wahrscheinlich kommen auch Freaks zu Ihnen, um über Donnie Darko zu sprechen. Sind Sie ein Fan?
JG: Machen Sie Witze? Ich bin stolzer auf Donnie Darko als auf fast jeden anderen Film, den ich gemacht habe und ich bin auf viele meiner Filme stolz. Es scheint fast so etwas wie ein Initiationsritus im Leben mancher Menschen zu sein.

M: Was sagen die Leute darüber?
JG: Manche kommen zu mir und sagen: Hey, Mann, ich habe Donnie Darko gesehen. und ich antworte: Oh, das ist großartig. Dann sagen sie zu mir: Nein, Mann, ich habe Donnie Darko gesehen!

M: Und was genau soll das bedeuten?
JG: Ich habe keine verdammte Ahnung! Offensichtlich unterhalten sich die Leute gut, wenn sie Donnie Darko sehen. Ich will es auch gar nicht wissen.

M: Sie müssen auch viele ziemlich starke Reaktionen auf Brokeback Mountain erhalten.
JG: Manche Leute sagen Dinge wie: Brokeback Mountain hat mein Leben verändert. , aber es gab auch Personen, die mir sagten: Ich würde mir diesen Film nie ansehen. . Was ich erstaunlich finde, ist die Unfähigkeit einiger Zuschauer, die Rolle vom Schauspieler, der sie darstellt, zu unterscheiden.

M: Sie fahren also nicht mehr nach Mexiko? Meinen Sie das?
JG: (lacht) Ich weiß nicht einmal, wie ich das beantworten soll. Die Wahrheit ist, dass, als meine Figur nach Mexiko geht und den Typen in der Gasse aufreißt, es sich eigentlich um den Kameramann handelt.

M: Warten Sie! Regisseur Ang Lee sagte also: Wir brauchen einen gruselig aussehenden Latino. Hey, Du!

JG: Ja, dass ist genau so passiert. Ich musste die Szene etwa 15-mal wiederholen, ich konnte mich einfach nicht zusammennehmen, da es ja Rodrigo war.

M: Wenn Sie heute Karo tragen, denken Sie dann an Ihre Rolle?
JG: Äh, nein. Haben Sie denn Kumpel, die sagen: Ich gehe nicht mehr mit dir campen! ? Oh, Mann. Dieses Interview geht wirklich den Bach runter so weit nun auch wieder nicht.

M: Machen die Leute Witze über The Day After Tomorrow , wenn sie mit Ihnen in einem heftigen Schneesturm sind?
JG: Nein. Aber ich fühle mich, als ob wir in diesem Film zu leben beginnen. Es ist Furcht einflößend, wie prophetisch Roland Emmerich war.

M: Haben Sie mit Viagra experimentiert, um in Ihre Rolle in Love and Other Drugs zu finden?
JG: Nein.

M: Wie ist es, auf Listen wie Die heißesten Junggesellen und Die 50 Schönsten aufzutauchen?
JG: Die Leute machen sich keine Gedanken, welchen strengen Tests man unterzogen wird, um überhaupt in Frage zukommen. Diejenigen, die es auf diese Listen schaffen, haben wirklich viel durchgemacht.

M: So wie Sie und Ted Danson 1986.
JG: Ja! Wirklich, es ist eine Ehre und ein Barometer für alles in meiner Karriere und warum ich die Entscheidungen treffe, die ich treffe. Und ich bin mir darüber im Klaren, dass es keine Ironie in gedruckten Texten gibt.

M: Jede Frau, von unseren Freundinnen über unsere Schwestern zu unseren Müttern, liebt dich. Was ist dein Geheimnis?
JG: Es geht darum, es auf eine Sexiest Man Liste zu schaffen. Wenn dir das gelingt, bist du sozusagen ein Goldjunge. Nein, du solltest Maxim lesen, da bekomme ich meine Tricks her. Und sei immer ein Gentleman.

M: Du warst mit einigen der schönsten und talentiertesten Frauen zusammen: Kirsten Dunst, Natalie Portman, Taylor Swift, Reese Witherspoon. Welche von ihnen würde das beste Maxim Cover machen?
JG: Ah, dazu kann ich nichts sagen.

M: Na gut. Was war der schlimmste Kater, den Sie jemals hatten?
JG: Das wäre dann die Nacht, in der Rotwein und Wodka gemischt wurden. Das ist nicht empfehlenswert. Bleiben Sie davon weg.

M: Letzte Frage: Was würden Sie Ihrem 18-jährigen Selbst gerne sagen können?
JG: Ich würde sagen: Werde lockerer, Alter! Bubble Boy ist viel besser, als jeder sagt.


Quelle:
www.maxim.com/amg/MOVIES/Articles Jake+Gyllenhaal

 

Übersetzung von: Sasha  

 

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