NEWS: Januar / Februar 2006
Jake Gyllenhaal im BRAVO GiRL!-Interview: Wenn ich mit ...
Jake Gyllenhaal im BRAVO GiRL!-Interview: "Wenn ich mit einem Striptease Eindruck schinden könnte, würde ich es tun\"
München (ots) - Spätestens mit "The Day after tomorrow" hat sich der Amerikaner Jake Gyllenhaal in die Mädchen- und Frauenherzen in Deutschland gespielt. In der aktuellen BRAVO GiRL! erklärt er seine Strategie für Sexszenen am Filmset, verrät sein Rezept fürs erste Date und erzählt, warum Frauen besser flirten als Männer. Sexszenen sind für ihn keine Schwierigkeit. "Wichtig ist, dass du
mit deiner Filmpartnerin vor dem Dreh besprichst, wann und wo du deine Hand auf ihren Körper legst", erklärt er. "Dann fühlt es sich
relaxt an - und es macht sogar Spass."
Privat mag es Frauenschwarm Gyllenhaal sehr, wenn Frau die Initiative ergreift. "Es ist echt aufregend, wenn ein Mädchen dir das
Gefühl gibt, begehrt zu werden." Außerdem können Mädchen viel besser flirten als Jungs. "Ich habe den Eindruck, Mädchen kommen nie ins Stottern beim ersten Satz."
Er selbst habe keine Verführungstricks, sagt er im Interview. "Ich finde Aufrichtigkeit sexy... Wenn ich ein Mädchen kennenlerne, zeige ich ihr sofort mein wahres Gesicht." Das habe bisher am besten funktioniert. Allerdings sagt er: "Wenn ich mit einem Striptease Eindruck schinden könnte... würde ich es auch tun." Beim ersten Date mit Jake Gyllenhaal darf Frau mit selbstgekochten italienischen Spezialitäten rechnen: "...jede Menge Pasta, leckeres Gemüse und Feldsalat mit Tomaten". Nur frisch muss es sein: "Frische Zutaten sind das Allerwichtigste, um ein Frauenherz zu erobern. Und nur so wird Kochen für zwei zu einem intimen Vergnügen", sagt der
Hobbykoch.
BRAVO GiRL!-Ausgabe 2/2006 Die Inhalte sind mit Hinweis auf \"BRAVO GiRL!\" zur Veröffentlichung frei.
14.01.2006
Mischa Barton scheint sich heftig verknallt zu haben: Der "O.C., California"-Star ist total hingerissen von Jake Gyllenhaal. Bis vor kurzem datete Mischa noch Öl-Erbe Brandon Davis, Gyllenhaal wurde nach seiner Trennung von Schauspielkollegin Kirsten Dunst kürzlich mit Lindsay Lohan gesichtet. Eine Bekannte verriet dem "Star"-Magazin: "Mischa ist verrückt nach Jake. Sie ist ein paar Mal mit ihm ausgegangen, und kann nicht aufhören zu schwärmen, wie klug und witzig er ist. Sie sagt, er stellt Brandon total in den Schatten."Mischa Barton, die in der Kultserie Marissa Cooper spielt, findet an Jake aber vor allem eines toll: "Sie sagte, dass das Coolste an ihm ist, dass er Shakespeare genauso liebt wie sie. Sie haben eine ganze Nacht damit verbracht, sich gegenseitig ihre Lieblingszitate aufzusagen", so die Freundin.
Quelle: BRAVO.de
Gegen den Strom
Schwule Cowboys und Nazi-Widerstand: Oscar-Nominierungen für Ang Lees "Brokeback Mountain"
und den deutschen Film "Sophie Scholl" von Regisseur Marc Rothemund
Ein tapferes Mädchen und zwei verliebte Cowboys sind auf dem besten Weg zum Oscar. Für die begehrten Hollywood-Preise, die in der Nacht zum 6. März verliehen werden, wurde der deutsche Beitrag "Sophie Scholl" in der Sparte "bester ausländischer Film" nominiert, Ang Lees "Brokeback Mountain" wurde gleich in acht Kategorien für den Oscar vorgeschlagen.
Beide Filme verdienen absolut diese Nominierungen. Und zwar aus drei Gründen: Erstens handelt es sich um engagiertes Kino, fernab vom faden Popcorn-Geschmack - bei "Sophie Scholl" geht es um Zivilcourage in der Nazi-Zeit, bei "Brokeback Mountain" um zwei Cowboys, die für ihre Homosexuelle Liebe gegen alle gesellschaftlichen Widerstände kämpfen.
Zweitens räumten beide Werke bei wichtigen Filmpreis-Vergaben (u. a. Filmfestival Venedig, Europäische Filmpreis-Gala) ab und ernteten auch bei Kritikern höchstes Lob.
Und drittens waren beide Filme in den Ländern, in denen sie bereits starteten ("Brokeback Mountain" kommt in Deutschland am 9. März in die Kinos), auch beim Publikum sehr erfolgreich.
"Brokeback Mountain" ist u. a. in der besonders hoch angesehenen Sparte "Bester Film" für den Oscar nominiert. Dort erwartet ihn harte Konkurrenz, denn auch bei den Mitbewerbern handelt es sich um überaus anspruchsvolle Kost. Darunter ist Steven Spielbergs Beitrag "München" über die Rache der Mossad-Agenten für das palästinensische Attentat auf Israels Sportler bei den Olympischen Spielen 1972; darunter ist "Good Night and Good Luck" über die Kommunistenverfolgung im Amerika der 50er Jahre, gedreht von US-Schauspielstar George Clooney; darunter ist das Gesellschaftsdrama "L. A. Crash", das völlig zu Unrecht an den deutschen Kinokassen floppte; und schließlich hat auch "Capote", die Filmbiografie über den schillernden US-Schriftsteller Truman Capote (weltberühmt ist u. a. sein 1967 erfolgreich verfilmter Roman "Kaltblütig") große Oscar-Chancen.
Regisseur des Westernmelodrams "Brokeback Mountain" ist der aus Taiwan stammende, in Hollywood erfolgreiche Regisseur Ang Lee. Der 51-Jährige hat mit Filmen wie "Der Eissturm", "Hulk" oder "Sinn und Sinnlichkeit" bewiesen, dass er sowohl psychologisch fundiertes, wie opulent ausgestattetes Kino zu inszenieren versteht. Auf einer Ranch am "Brokeback Mountain" werden 1963 Ennis (Heath Ledger) und Jack (Jake Gyllenhaal) angeheuert. Obwohl sie alsbald mehr als Kameradschaft füreinander verspüren, bleiben ihnen nur getrennte Wege angesichts der engstirnigen Moralvorstellungen in der konservativen US-Provinz. Beide Cowboys heiraten, gründen Familien - und kommen doch nicht vonein-ander los. "Brokeback Mountain" basiert auf der Kurzgeschichte der Pulitzer-Preisträgerin Annie Proulx ("Schiffsmeldungen").
"Sophie Scholl" (Regie: Marc Rothemund) schildert die letzten Tage bis zur Hinrichtung der Widerstandskämpferin. Überragend in der Titelrolle ist Julia Jentsch, der Film besticht durch die kammerspielartige Inszenierung. Im letzten Jahr war der deutsche Beitrag "Der Untergang" Oscar-nominiert, ging aber leer aus. Dafür hatte ihn Caroline Link 2003 mit "Nirgendwo in Afrika" nach Deutschland geholt. Diesmal sind in der Sparte "Bester ausländischer Film" zwei weitere Beiträge nominiert, die in deutscher Koproduktion entstanden: der palästinensische Film "Paradise Now" und "Joyeux Noel" (mit Daniel Brühl), der für Frankreich startet.
31.01.2006 Von Michael Vaupel / WAZ
»Brokeback Mountain« gewinnt Preis der US-Regisseure
Los Angeles (dpa) - Der Schwulen-Western »Brokeback Mountain« ist nun endgültig Favorit für die Oscar-Nominierungen an diesem Dienstag. Nachdem er vor zwei Wochen bereits vier Golden Globes gewonnen hatte, erhielt er am Samstagabend (Ortszeit) auch noch den Preis des Verbandes der US-Regisseure (DAG).
Ebenfalls nominiert waren George Clooneys »Good Night, And Good Luck« über die Kommunistenhetze im Amerika der 50er Jahre, Steven Spielbergs »München« über das Olympia-Attentat von 1972, Bennett Millers Truman-Capote-Biografie »Capote« und das Gesellschaftsdrama »L.A. Crash« von Paul Haggis über den Schmelztiegel Los Angeles.
Die DAG-Preise gelten als zuverlässiger Indikator für die Anfang März stattfindende Oscar-Verleihung. Seit 1949 ist es nur sechs DAG-Siegern nicht geglückt, im selben Jahr auch den Oscar für die beste Regiearbeit zu bekommen. Der Regisseur von »Brokeback Mountain«, Ang Lee, sagte während der Preisverleihung, diese Auszeichnung bedeute ihm besonders viel, weil sie von seinen Kollegen komme.
»Brokeback Mountain« erzählt die Geschichte zweier Cowboys, die sich beim Schafehüten näher kommen, dann jedoch heiraten und sich ihr ganzes Leben nicht vergessen können. Protestantische Kirchen in den USA haben den Film scharf kritisiert, da er die Zerstörung von Familien propagiere.
Clint Eastwood erhielt von den US-Regisseuren einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Unter den Preisträgern früherer Jahre sind Stanley Kubrick, Woody Allen und Alfred Hitchcock.
29.01.2006 dpa
Ang Lee mit den "Brokeback Mountain"-Hauptdarstellern Heath Ledger (l) und Jake Gyllenhaal.
16.02.2006 - Shopping mit Dad in Beverly Hills :
Jake Gyllenhaal für Rolle in Batman im Gespräch
07. Februar 2006
Laut dpa wird Jake Gyllenhaal angeblich für eine Rolle in dem nächsten "Batman"-Sequel umworben. Wie der Internetdienst "IMDb" berichtet, soll der "Brokeback Mountain"-Star den Part des Bezirksstaatsanwaltes von Gotham City, Harvey Dent, übernehmen. In dem geplanten Film verwandelt sich Dent in sein Alter Ego Two-Face und hilft Batman, den Joker zu bekämpfen. Damit würde Gyllenhaal in die Fußstapfen von Tommy Lee Jones treten, der in "Batman und Robin" Dent/Two-Face spielte. Paul Bettany ist für die Rolle des Oberfieslings Joker im Gespräch. Christian Bale, Hauptdarsteller des letzten Batman-Films, wird wieder mit dabei sein und auch Michael Caine als Butler Alfred.
Gyllenhaal : Kritik an Liebe à la Hollywood
Jake Gyllenhaal hat einem Interview mit der Zeitschrift VOGUE kritisiert, wie Liebesbeziehungen in amerikanischen Filmen dargestellt werden. "Liebe ist in Hollywood zum Klischee verkommen", so der Schauspieler.
"Standardplots nach dem Strickmuster - Mann verliebt sich in Frau, verliert sie, erobert sie zurück und dann Abspann - langweilen", so Gyllenhaal. Auf Ang Lees Film "Brokeback Mountain" trifft diese Beschreibung nicht zu. Der Film handelt von einer Liebesbeziehung zwischen zwei Cowboys. Kritiker haben den Streifen begeistert aufgenommen. "Brokeback Mountain" räumte vier Golden Globes ab und ist achtmal für den Oscar nominiert - darunter auch Gyllenhaal als bester Nebendarsteller. (sal)
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"Geht es um wahrhaftige Liebe, spielt es keine Rolle, ob ich meine Freundin oder einen anderen Mann liebe" /
VOGUE-Interview mit Jake Gyllenhaal, Haupt-Darsteller im Westernepos "Brokeback Mountain"
15.02.2006 - 09:25 Uhr VOGUE
München (ots) - Cowboys haben an Freiheit und Abenteuer zu denken - und nicht an andere Kerle. Doch im Film "Brokeback Mountain" geschieht genau das. Und im VOGUE-Interview bekennt sich
Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal zur Figur des schwulen Cowboys, der sich in den 60er Jahren die Freiheit nimmt, einen Mann zu lieben: "Die zwei Männer teilen heftige Emotionen. Sie verbindet eine tiefe Freundschaft, in der aus körperlicher Intimität eine engeSeelenverwandtschaft wächst." Das puritanische Amerika war wenig "amused". Die Kritik lobte den Film:
Denn er räumt mit einem Mythos auf: "Im Amerika dieser Zeit schwul zu sein macht die Sache noch schwieriger. Damit wird sie aber auch romantischer. Jede große Liebe muß Hindernisse überwinden".
"Brokeback Mountain" verstößt dabei gegen den Mainstream Hollywoods. Gyllenhaal begründet, warum: "Standardplots nach dem Strickmuster - Mann verliebt sich in Frau, verliert sie, erobert sie zurück und dann Abspann - langweilen. Liebe ist in Hollywood zum Klischee verkommen."
Dabei spielt das Westernepos sich keineswegs belehrend auf: "Ich glaube nicht, dass sich Regisseur Ang Lee dieses Projekt vorgenommen hat, um Toleranz zu predigen und engstirnige Menschen zu bekehren". Für Gyllenhaal ist "Brokeback Mountain" einfach nur eine echte Liebesgeschichte: "Der Sex ist sekundär. Geht es um wahrhaftige Liebe, dann spielt es keine Rolle, ob ich meine Freundin oder einen anderen Mann liebe. Die Zuneigung ist dieselbe."
Inzwischen ist "Brokeback Mountain" Gewinner von vier Golden Globes und achtfach nominierter Favorit für den Oscar. Darunter für die beste männliche Hauptrolle. Der "andere" Cowboy weiß den Grund:"An Streifen, die viel Geld einspielen, denkt doch nach ein paar
Jahren niemand mehr. Wirklich gute Filme floppen vielleicht an der
Kasse - aber sie überdauern in der Erinnerung der Menschen."
Brokeback Mountain« siegt auch in London
20.02.2006 dpa
London (dpa) - Das Drama um zwei schwule Cowboys, »Brokeback Mountain«, hat bei seinem Siegeszug durch die Kinowelt auch die britischen Filmpreise dominiert. Der Favorit für die diesjährigen Oscars gewann in der Nacht zum Montag in London vier der renommierten Auszeichnungen der britischen Filmakademie (BAFTA).
Britische Preishoffnungen wurden hingegen weitgehend enttäuscht. Der Streifen von Regisseur Ang Lee um die tödlich endende Liebe zweier junger Rancharbeiter in den Bergen von Wyoming, der bereits bei den Golden Globes mehrfach ausgezeichnet wurde, gewann unter anderem den BAFTA als bester Film des Jahres. Jake Gyllenhaal wurde für seine Darstellung eines schwulen Cowboys im erzkonservativen amerikanischen Westen der 60er Jahre als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.
Zum besten Schauspieler kürte die britische Filmakademie Philip Seymour Hoffman für seine Darstellung des amerikanischen Schriftstellers Truman Capote in dem Film »Capote«. Reese Witherspoon gewann den BAFTA als beste Hauptdarstellerin mit dem Musikfilm »Walk the Line« über das Leben des Country-Stars Johnny Cash. Thandie Newton wurde für ihre Rolle in dem Drama »L.A. Crash« als beste Nebendarstellerin geehrt.
Die in Sambia geborene Tochter einer Prinzessin des simbabwischen Shona-Stammes und eines britischen Vaters sei diesmal die einzige Schauspielerin gewesen, die bei der BAFTA-Vergabe den Union Jack hoch gehalten habe, beklagte die »Times«: »Hollywood hat die britische Filmindustrie in den Schatten gestellt.« Selbst Dame Judi Dench sei trotz einer großartigen Leistung in »Lady Henderson präsentiert« übergangen worden.
Enttäuschend endete die Londoner Preisnacht vor allem für »Der ewige Gärtner« mit Ralph Fiennes in der Starrolle. Obwohl bei Kritikern und Publikum hoch gelobt, gab es für die in zehn Kategorien nominierte britische Verfilmung des Afrika-Thrillers von John le Carré nur den BAFTA für den besten Filmschnitt. Zu denen, die leer ausgingen, gehörte Rachel Weisz, die als beste Hauptdarstellerin nominiert war.
Allerdings konnte auch US-Star George Clooney keinen BAFTA-Preis mitnehmen. Er war mit zwei politisch hoch aufgeladenen Filmen vier Mal nominiert. Dazu gehörten Anwartschaften als bester Regisseur für den McCarthy-Film »Good Night, and Good Luck« sowie als bester Nebendarsteller in dem CIA-Thriller »Syriana«.
Der BAFTA-Preis für den besten britischen Film des Jahres 2005 ging an Nick Parks Animationsstreifen »Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen«. Mit drei BAFTA-Auszeichnungen wurde »Die Geisha« gewürdigt - für Kamera, Kostümausstattung und Filmmusik.
Mit dem Londoner Triumph für Ang Lee gilt dessen Cowboy-Drama »Brokeback Mountain« nun noch mehr als voraussichtlicher Oscar-Sieger. Die Preise der amerikanischen Filmakademie werden in der Nacht zum 6. März in Hollywood vergeben.
20.02.2006 dpa
Gyllenhaals verschwitztes T-Shirt versteigert
Los Angeles - "Brokeback Mountain"-Star Jake Gyllenhaal (25) erweist sich zurzeit in jeder Hinsicht als Kassenmagnet. Wie der Internetdienst "Imdb" berichtet, wurde ein verschwitztes T-Shirt, das er als homosexueller Cowboy Jack Twist in "Brokeback Mountain" trug,
jetzt für 101 000 US-Dollar (81 800 Euro) bei eBay versteigert. Die Auktion des guten Stücks war Anfang des Monats mit einem Mindestgebot von 9,99 Dollar gestartet worden. Der Käufer, ein unbekannter Fan mit dem virtuellen Namen "hlywdstar", setzte sich gegen 165 andere Bieter durch. Von Gyllenhaals abgelegter Unterwäsche profitiert nun die Kinder-Hilfsorganisation "Variety", an die der Erlös der Auktion überwiesen werden soll.
© dpa - Meldung vom 21.02.2006 13:16 Uhr
Wie schwul darf »Oscar« werden?
Jake Gyllenhaal (l) und Heath Ledger sind in »Brokeback Mountain« ein Liebespaar.
Hollywood (dpa) - Es gehen böse Gerüchte um in Los Angeles: Mitglieder der Oscar-Akademie sollen sich geweigert haben, den Kritiker-Favoriten »Brokeback Mountain« anzusehen, weil sie sich von der tragischen Liebesgeschichte zwischen zwei Männern abgestoßen fühlen.
Dabei zeigt der Film keine harten Sex-Szenen und wurde von manchen schon als »zu zahm« beurteilt. Doch der Vorwurf der Homophobie, der Angst vor Homosexuellen, lässt die scheinbar liberale Filmbranche nicht los. Und gerade weil in diesem Jahr außergewöhnlich viele Filme mit homo- oder transsexueller Thematik nominiert sind, kocht die Diskussion ungewöhnlich hoch.
»Brokeback Mountain« von Ang Lee, insgesamt acht Mal nominiert, erzählt in herrlicher Western-Optik von zwei Männern, die sich lieben, aber bis auf vereinzelte Treffen an einem einsamen Berg nicht zueinander finden können. Es ist eine Geschichte voller Trauer über ein nicht ausgelebtes Glück.
Offen schwul trat der Schriftsteller Truman Capote auf, der in dem Drama »Capote« (5 Nominierungen) charakterisiert wird. Und die Hauptfigur des Road-Movies »Transamerica« ersehnt nichts mehr, als endgültig vom Mann zur Frau zu werden. Mit Heath Ledger und Jake Gyllenhall (»Brokeback Mountain«), Philip Seymour Hoffmann (»Capote«) und Felicity Huffman (»Transamerica«) machen sich gleich vier Darsteller Hoffnungen auf einen Oscar für Rollen, die jenseits ihres persönlichen Hetero-Lebens liegen.
Amerikanische Schwulen- und Lesbenverbände bejubelten die Nominierungen als »Meilenstein« und erhofften sich davon mehr Akzeptanz in der Bevölkerung. Diese Filme gäben »Millionen von Amerikanern ein ein größeres Verständnis darüber, wer wir sind«, hieß es in einer Erklärung.
Doch schnell regten sich auch kritische Stimmen. »Ist Homosexualität die neue Krankheit der Woche?«, fragte die Kolumnistin Stacy Jenel Smith. Sie setzt die Leistung der Stars, schwul zu spielen, auf eine Ebene mit jenen Oscar-gekrönten Auftritten von Schauspielern als Autisten, Schwerbehinderte oder ganz einfach scheußliche Typen. Mut zur Hässlichkeit, zu Übergewicht, zur Abweichung vom Image werde gern belohnt - aber nur, wenn dieser Zustand von der Wirklichkeit abweiche. Von einem echten Wandel zur Normalität könne man aber erst reden, wenn weder die sexuelle Orientierung einer Filmfigur noch ihres Darstellers überhaupt von Bedeutung seien, argumentiert Smith.
Dass die US-Medien von einem gelassenen Umgang mit Homosexualität noch weit entfernt sind, zeigen die jüngsten Auftritte der »küssenden Cowboys« Ledger und Gyllenhall. Immer wieder werden sie gefragt, wie es denn gewesen sei, einem Mann vor der Kamera so nah zu kommen. Genervt von dem Thema meinte Ledger, der zur Zeit als »Casanova« auch das Kontrastprogramm im Kino zeigt, in einem Interview scherzhaft: »Wir haben bei den Liebesszenen Stunt-Doubles benutzt.« Aus Angst, Fans unter weiblichen Teenagern zu verlieren, betonen beide Stars unentwegt ihre Hetero-Orientierung - sie sind nachweislich mit prominenten Kolleginnen liiert.
Ob die Academy tatsächlich mit »Brokeback Mountain« die erste schwule Romanze in den Oscar-Pantheon erhebt, ist angesichts der Debatte fraglich. Vielen Insidern scheint die Ehrung des sexuell unverfänglichen Dramas »L.A. Crash« als möglicher Ausweg. Das Blatt »LA Weekly« fügte der Liste der Nominierten schon die Sonderkategorie »bester Haufen von Heuchlern« hinzu. Und in TV-Shows treiben die Moderatoren weiter munter ihre Scherze: Harald-Schmidt-Vorbild David Letterman brachte sein Publikum jüngst musikalisch in Oscar-Stimmung - mit der tuntigen Musical-Parodie »Oklahomo«.
28.02.2006 dpa / WAZ





