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Love And Other Drugs

Pressespiegel - Kritiken


17.08.2010 Love and Other Drugs
Love and Other Drugs sieht auf den ersten Blick aus wie der typische Rom-Com Einheitsbrei. Playboy verliebt sich in Frau, Frau bändigt den Playboy und beide leben glücklich bis an ihr Ende. Doch weit gefehlt, die hübsche Protagonistin hat eine unheilbare Krankheit.
Wir dürfen uns nicht vom lockerleichten Trailer täuschen lassen, Love and Other Drugs ist keine der vielen romantischen Komödien, die wir beim Abspann schon wieder vergessen haben. Nein, der Film von Regisseur Edward Zwick ist ein waschechtes Drama mit Jake Gyllenhaal und Anne Hathaway, das es anscheinend ganz auf einen Oscar abgesehen hat. Jamie (Jake Gyllenhaal) ist ein junger, charmanter Pharmavertreter, der jedem Rock hinterherjagt und mit einer neuen Sex-Droge namens Viagra eine Menge Kohle scheffeln will. Beim Frauenarzt lernt er die verführerische Maggie (Anne Hathaway) kennen und führt sie natürlich gleich aus. Doch diesmal läuft alles anders als sonst, weil Maggie anders ist als alle Frauen, die Jamie bisher kennengelernt hat. Doch die unbeschwerte Romanze währt nicht lange, Maggie hat nämlich Parkinson im Anfangsstadium.
Jake Gyllenhaal war erst im Frühjahr als Prinz Dastan einer der wenigen Glanzpunkte in einem sonst eher mittelmäßigen Prince of Persia: Der Sand der Zeit. Anne Hathaway hingegen spielte als White Queen in Alice im Wunderland zuletzt zwar eine etwas merkwürdige Rolle, doch mit Filmen wie Der Teufel trägt Prada hat sie bereits gezeigt, dass sie schauspielern kann. In Love and Other Drugs hat Anne Hathaway vielleicht jetzt die Gelegenheit, ihr ganzes Potential unter Beweis zu stellen. Love and Other Drugs basiert lose auf Jamie Reidys Buch “Hard Sell: The Evolution of a Viagra Salesman”. In den USA startet das Drama am 24. November, was ein sicheres Anzeichen dafür ist, dass es 20th Century Fox auf einen Oscar anlegt. Diese Zeit gilt in den USA nämlich traditionell als die heißeste Kinophase des Jahres und die Rolle der Parkinson-Patientin in einem Liebesfilm klingt auch so, als ob sie direkt auf eine Award-Nominierung zugeschnitten wurde. Am 6. Januar 2011 läuft Love and Other Drugs auch in unseren Kinos an. Jetzt bitte den Trailer schauen. Quelle: moviepilot




spielfilm.de:

Filmkritik:
Schon der Anfang des Films macht klar: Es sind die 1990er Jahre – und Jamie Randall kann alles verkaufen! Kaum ein Kunde des kleinen Elektronikgeschäftes, in dem er arbeitet, verlässt den Laden mit leeren Händen. Doch Jamie hat auch eine Schwäche: Er kann die Finger nicht von den Frauen lassen, selbst wenn sie mit seinem Chef liiert sind. Also verliert er seinen Job und startet als Pharmavertreter des Pfizer-Konzerns durch. Nach einer Schulung landet arbeitet er mit den abgehalfterten Bruce (toll: Oliver Platt) zusammen und will Medikamente an den Arzt bringen. Schnell erkennt Bruce, dass Jamies Charme der Schlüssel zum Erfolg ist. Mit seiner Art, mit Frauen umzugehen, bezirzt er die Vorzimmerdamen der Ärzte und erhält dadurch Zugang zum Medikamentenlager. Es dauert lange, bis der Film zu seinem eigentlichen Haupthandlungsstrang vordringt, aber es ist wunderbar mit anzusehen, mit wie viel Leben Jake Gyllenhaal seine Rolle füllt. In seinem Spiel setzt er seinen Blick und seine Körperlichkeit endlich mal nicht als melancholischer Gutmensch ein, sondern verkörpert jenen Typ Mann, der zwar nett wirkt und deshalb die Mädchen kriegt, sie am Ende aber doch verlassen wird.
Dabei wird schnell deutlich, dass hinter dieser charmanten Hülle noch mehr steckt. Als Jamie die hübsche Maggie Murdock kennenlernt, die in jungen Jahren bereits an Parkinson erkrankt ist, ist sie anfangs eine weitere Eroberung für ihn. Aber auch Maggie sucht keine ernsthafte Bindung, sondern lockeren Sex. Es kommt, wie es kommen muss: Jamie verliebt sich in Maggie, nach einigem hin und her lässt sie sich auf eine Beziehung ein, aber damit fangen die Probleme erst an. Denn schließlich ist Maggie bei allem Liebreiz eine kranke Frau. Die weitere Handlung ist durchaus vorhersehbar, doch Regisseur Edward Zwick kann sich auf seine Hauptdarsteller verlassen. Maggie wird von Anne Hathaway gespielt, die in diesem Film die Liebenswürdigkeit aus „Der Teufel trägt Prada“ und den kaputten Trotz aus „Rachel’s Hochzeit“ in beste Übereinstimmung bringt. In dieser Rolle zeigt sie ganze Bandbreite ihres schauspielerischen Könnens und eine große mimische Ausdruckskraft. Oft reicht ihr eine kleine Veränderung im Blick, um die Verletzbarkeit der selbstbewussten Frau zu offenbaren.
Darüber hinaus stimmt zwischen Anne Hathaway und Jake Gyllenhaal die Chemie, sie passen als Liebespaar sehr gut zueinander und sind in jedem Stadium ihrer Beziehung überzeugend. Der Zuschauer nimmt ihnen die lose Sex-Bekanntschaft ebenso wie die ernsthafte Beziehung ab – und er möchte an ihrem Schicksal Anteil nehmen. Als Paar haben sie witzige und romantische Momente, allerdings stört bisweilen die betont lässige Inszenierung. Dazu gehört unter anderem das gegenseitige Aufnehmen mit der Kamera, das spätestens seit „Reality Bites“ wenig aufregend ist. Aber dieser Film spielt auch den 1990er Jahren, dazu passen diese Bilder. Sicherlich sind bei diesem Film viele Kleinigkeiten zu kritisieren: Josh Gad spielt Jamies Bruder als wäre er Jack Black, er ist es aber nicht, die Handlung wird zu langsam aufgebaut, viele Nebenkonflikte sind unerheblich, manche Selbstverständlichkeiten hätte sich Regisseur Edward Zwick einfach sparen können, die Nebenfiguren kommen kaum über Klischees hinaus und viele Witze sind wenig originell. Dennoch ist „Love And Other Drugs“ ein guter Film. Und das verdankt Zwick seinen Hauptdarstellern, die diese Kritikpunkte weitgehend vergessen lassen. Fazit: Eine gute Liebeskomödie mit einem sehr überzeugenden Liebespaar!
Quelle: Spielfilm.de

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"Love & Other Drugs" - Das Melken des großen Gefühlskinos
(...)Das sich die Erfindung von Viagra im US-Kino zum hervorragenden Komödienstoff eignen kann, versteht sich fast von selbst. Die Krankheit Parkinson schon weniger. Regie-Routinier Edward Zwick changiert daher gewandt zwischen Komödie und Drama hin und her und melkt mit glatter Professionalität großes Gefühlskino. Mit seinen Stars aus der A-Liga von Hollywoods Schauspieltalenten - Jake Gyllenhaal und die rehäugige Anne Hathaway - zäumt Zwick seine kalkulierte romantische Tragikomödie mit lustigen Drogenexperimenten und profundem Mädchen-mit-tödlicher-Krankheit-Melodrama auf(...)
(...)Mit großem Verve und überraschend offenherzigen Sexszenen spielen sich die beiden Hauptdarsteller durch alle Klischees, die großer Gefühlskitsch punktgenau vorprogrammiert. Und am Ende siegt - eh klar - die Droge Liebe(...) KURIER-Wertung: *** von ***** - Quelle: Kurier.at


Liebe auf die 1. Pille
(...)Eine sehr zeigefreudige Anne Hathaway glänzt in einer Dramödie von Action-Filmer Edward Zwick (58, „Der letzte Samurai“) - Komödie? Liebesfilm? Parkinson-Drama? Dieser Film ist alles!(...)
(...)Schlechtere Schauspieler als Anne Hathaway und Jake Gyllenhaal wären entweder in den komischen oder tragischen Szenen gescheitert. Doch ihre Leistungen sind preisverdächtig! Schade nur, dass sich der Film zu viel vorgenommen hat, um 122 Minuten zu unterhalten. Sexgags, Kritik am US-Gesundheitssystem und eine tragische Liebesgeschichte. Weniger wäre mehr gewesen(...)
:oI - „Love And Other Drugs – Nebenwirkung inklusive": Tolle, bei den vielen Sexszenen mutig agierende Darsteller. Doch auch sie können die unfokussierte Story nur zwischenzeitlich aufwerten...
Quelle: Bild.de

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Liebe, Sex, Parkinson und Viagra – nicht gerade die Zutaten für eine romantische Komödie vom Fließband. Genau das ist die Love and other Drugs – Nebenwirkungen inklusive nämlich nicht. Statt dessen erwartet den Zuschauer eine sexy Komödie mit ersten Untertönen, die während des Viagrabooms der 1990er Jahre spielt.
Quelle: Moviepilot


critic.de
Robert Zimmermann hätte mehr erwartet. "Für eine wahre Läuterung Jamies hin zum fürsorglichen Gutmenschen mit moralischem Tiefgang, für jenen notwendigen emotionalen Reifeprozess fehlt Jake Gyllenhaal einfach die Zeit. Die nämlich verwendet Zwick darauf, ein kurzweiliges Genre-Potpourri nach jedermanns Geschmack zu brauen, beginnend mit einer Pharmasatire, die behände zur erotischen Romanze mit für US-Mainstreamverhältnisse bemerkenswert viel nackter Haut mutiert, um über deftigen Klamauk um Jamies dauerpubertären Bruder Bruce und melodramatische Tearjerker-Momente schließlich zielsicher und publikumswirksam im Happy End zu landen."
br-online.de
Gebhard Hölzl sah ein amüsantes Genregemisch ohne Fokus. "Ein Nümmerchen im Lagerraum, eine Orgie in der Luxusvilla und zwischendurch auch mal "normaler" Schlafzimmersex. Eine plumpe Sexklamotte also? Nein, auch nicht. Dafür sind die Dialoge zu präzise geschrieben, dafür agieren und harmonieren sämtliche Darsteller zu gut. Dem handwerklich blitzsauberen Film fehlt der Fokus. Edward Zwick hätte sich für eine Gangart entscheiden müssen. Für eine prickelnde Erwachsenenkomödie im Stil von UP IN THE AIR () vielleicht. Gewisse Parallelen zu Jason Reitmans cineastischen Geniestreich sind jedenfalls nicht zu übersehen."
film-dienst
Jake Gyllenhaal und Anne Hathaway haben laut Holger Römers "redlich Mühe, erotische Leidenschaft zu mimen. ... Überhaupt macht die Erzählstruktur mit zunehmender Dauer den Eindruck, als suchte Zwick nach Vorwänden, unverbundene Episoden aneinander zu reihen. Dabei hätte er sich den Subplot um Jamies schmuddeligen, spätpubertären Bruder, der sich trotz dubiosen Reichtums bei ihm als Untermieter einnistet, von vornherein sparen können."
bummelkino.de
"Bei Tageslicht betrachtet, ist diese so krampfhaft um Gefühle bettelnde Genre-Gemischtsauna aber weder ergreifend noch einfühlsam, sondern banal und dementsprechend langweilig. Wer verspürt eigentlich den Willen solch einen zugegebenermaßen in wenigen Szenen sogar unterhaltsamen jedoch über weite Strecken uninspirierten und auf allen Hochzeiten tanzen wollenden Stoff zu verfilmen?"
programmkino.de
Marcus Wessel stellt fest. "Abseits der für das Genre eher ungewöhnlichen Parkinson-Thematik und des latenten Indie-Anstrichs unterscheidet sich LOVE AND OTHER DRUGS () nicht wesentlich von anderen romantisch eingefärbten Hollywood-Geschichten. Es findet sich sowohl ein schräger Sidekick – in diesem Fall Jamies pummeliger Bruder Josh (Josh Gad) – als auch ein ziemlich absehbares Wohlfühl-Ende. Das Meiste ist also weder neu noch sonderlich spannend. So wie die zwei Hauptdarsteller miteinander harmonieren, sieht man aber selbst dem Gewohnten gerne zu."
outnow.ch
"Eward Zwick gelingt der Spagat zwischen kurzweiliger Unterhaltung und Porträt eines Mannes recht gut. Dabei sorgt vor allem der Hype und die Wirkungen des Potenzmittels für manche Pointe. Schauspieler, die ihren Figuren genug Glaubwürdigkeit verleihen, können dem Erwachsenenfilm genauso Halt geben wie sinnvolle, abwechslungsreiche Dialoge. Lediglich, wenn es um Jamies Mitbewohner Bruce geht, rutscht der Film in die typische Klamaukecke ab und büsst einiges an Potenzial ein."
filmring.at
"LOVE AND OTHER DRUGS (...) ist ohne Zweifel ein netter Film, der Spaß macht und immer wieder ein Schmunzeln Wert ist. Auch die Romantik wirkt meistens ungekünstelt und verzichtet weitgehend auf Klischee und Kitsch. Leider vergibt der Film aber die Chance dem Genre der Romantik-Komödie wirklich neues abzugewinnen und betritt daher sehr ausgetretene Pfade. Alles scheint abgestanden und ohne jegliche Originalität inszeniert zu sein. Dennoch bietet LOVE AND OTHER DRUGS () kurzweilige Unterhaltung, aber mehr nicht." Wertung: 5/10 Punkte - Quelle: filmzeit

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BZ.de
"Love and other Drugs" Hier stimmt die Chemie
(...)Der Regisseur: Edward Zwick ist vor allem auf Kriegsepen spezialisiert.Die Stars: Als "Prince of Persia" durfte Jake Gyllenhaal seinen Sex-Appeal ausprobieren. Anne war in "Alice im Wunderland" zu sehen.B.Z.- Wertung: Nicht gerade eine Romantikkomödie mit Wohlfühlgarantie: Beziehungsprobleme werden genauso gewälzt wie die Folgen des Viagra-Booms der 90er. Die Erotikszenen zwischen Anne und Jake sind recht freizügig. Hier stimmt die Chemie - auch ohne Viagra(...)
queer.de
(...)Jake Gyllenhaal braucht kein Viagra! In der Komödie "Love and Other Drugs" spielt der sexy Star einen (leider heterosexuellen) Pharma-Vertreter, der mit den blauen Pillen reich wird. Viagra, das habe er noch nie probiert, auch nicht in Vorbereitung auf seine Rolle, verriet der Brokeback-Mountain-Star Jake Gyllenhaal in einem Interview mit der "Welt". Die Nackt- und Sexszenen seien außerdem kein allzu großes Problem gewesen. Er und seine Kollegin Anne Hathaway hätten genug Zeit gehabt, sich darauf durch intensive und intime Gespräche vorzubereiten. Tatsache ist, so sexy und so nackt haben wir den 30-Jährigen in dieser schönen Komödie noch nicht auf der Leinwand erlebt(...)
Westfälische Nachrichten
Einblicke in die Welt der freundlichen Unmoral
Zwei allseits beliebte Stars in einer romantischen Komödie - da kann ja nichts schiefgehen? Sollte man meinen. Doch Edward Zwicks golden-globe-nominierte Halb-Komödie geht nicht auf: Zu oft ändert sie den Tonfall, zu wenig bleibt sie bei ihren Stärken. (...) Hier lässt sich das frauenverschleißende Verkaufsgenie Jamie (Jake Gyllenhaal) vom Pharma-Giganten Pfizer als Vertreter anheuern, bald bringt er mit Charme und Dreistigkeit Medikamente an den Mann bzw. noch lieber an die Frau. Eine Weile lang hat „De­fiance“-Regisseur Zwick Spaß daran, diese Welt der freundlichen Unmoral, basierend auf Jamie Reidys Branchenschähschrift „Hard Sell“, satirisch vorzuführen. Aber der Film will mehr: eine dramatische Liebesgeschichte. Jamie verliebt sich in die individualistische Latzhosen-Künstlerin Maggie (Anne Hathaway), die Parkinson hat und daher nur eine möglichst oberflächliche Sex-Beziehung möchte. Gyllenhaal und Hathaway waren in „Brokeback Mountain“ schon mal unglücklich verheiratet, hier dürfen sie sich endlich in mehreren Nacktszenen austoben, die für Hollywood-Mainstream dieser Art bemerkenswert eindeutig geraten sind. Leider drängen sich über diverse holzschnittartige Nebenfiguren dann derbe Späße und Schlüpfrigkeiten in die Geschichte und bewirken nichts Gutes, spätestens, wenn Zwick zu melodramatisch Höherem strebt: Maggie und der mittlerweile zum Viagra-Verkäufer beförderte Jamie müssen sich erst trennen, um diesmal ernsthaft zueinanderzufinden. Das wahre Krankheitsdrama, was dann erst beginnen dürfte, spart dieser letztlich doch unentschlossene Film freilich aus. Was bleibt, ist das leidlich unterhaltsame Geplänkel zweier unterforderter Sympathieträger.

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Westdeutsche Zeitung
"Love and Other Drugs" - wo die Hormone toben!
Sex aus Hollywood, das hat auf der Leinwand immer noch diesen leicht muffigen Charme eines großkarierten Bettüberwurfs aus einer Doris-Day-Klamotte. Klar, die heutigen Vertreterinnen des Genres Liebeskomödie, ob sie nun Katherine Heigl oder Jennifer Aniston heißen, tragen nicht mehr Röcke, in denen sich auch Nancy Reagan wohl gefühlt hätte. Überraschung: Liebesszenen ohne geschickt drapierte Leintücher!
Aber Sexualität findet in den erfolgreichen Mainstream-Romanzen immer noch in einer seltsam diffusen Grauzone aus unschuldiger Disney-Betulichkeit und misslungener Zote statt. Wenn Anne Hathaway sich in „Love and Other Drugs“ auf dem Behandlungstisch einer Arztpraxis obenrum freimacht oder sich mit Jake Gyllenhaal später ohne die sonst üblichen geschickt drapierten Leintücher durchs Bett wälzt, zuckt man entsprechend beschämt zusammen. Nicht etwa der entblößten Brust wegen. Daran ist man als europäischer Kinogänger ja bis zur Abstumpfung gewöhnt. Nein, es ist der Gesamtzusammenhang, der stutzig macht: Zwei beliebte Stars mit bislang familientauglichem Image ziehen in einer großen Studioproduktion blank. Das ist ungewöhnlich, fast schon mutig – und angenehm zeitgemäß, ohne auch nur eine Spur anrüchig zu sein. Regisseur Ed Zwick gelingt es tatsächlich, Nacktheit für Hollywood-Massenware völlig unaufgeregt zu enttabuisieren. Letztlich kann die Chemie zwischen Hathaway und Gyllenhaal allerdings noch so sehr stimmen – mit der sich einschleichenden Krankheit beginnt auch der Film zu leiden. Als ob Zwick nicht genug damit zu tun hätte, eine Balance zwischen launiger Sexkomödie und rührendem Versehrtendrama herzustellen, entwirft er zusätzlich noch ein Zeitgeistporträt der 90er-Jahre. (...)Mit dieser Unentschlossenheit bestätigt „Love and Other Drugs“ zwei eherne Sex-Regeln. Erstens: Wer zu viel will, kriegt zu wenig. Und zweitens: In der Theorie klappt’s meist besser als in der Praxis (...)
Frankfurter Rundschau
Viele Plots, trübe Mischung - Der Film „Love and other Drugs“ enttäuscht
(...) Doch hat Zwick dann wohl das Interesse an der Entlarvung der Pharmaindustrie verloren und sich lauter andere Plots ausgedacht. Und sich nicht entscheiden können, wenigstens einen vagen Zusammenhang dazwischen herzustellen. Um dieser Mixtur zum Erfolg zu verhelfen, braucht es jedenfalls sicher ein Verkaufsgenie.(...)
Hamburger Abendblatt
Die Komödie "Love and Other Drugs" um den Pillenverkäufer Jamie Randall ist unausgewogen, übt aber trotzdem Kritik an der Pharmaindustrie. (...) "Love and Other Drugs" handelt nicht zuletzt von der Kunst der Verpackung, das ist auch die Strategie von Regisseur Ed Zwick, der zuvor den Handel mit Blutdiamanten ("Blood Diamond") ebenso ins Gewand eines Actionfilms verpackte wie die Diskriminierung islamischer Mitbürger ("Ausnahmezustand"). Diesmal attackiert er die Machenschaften der Pharmaindustrie zuerst in Form einer ausgelassenen Sexkomödie, dann im Gewand einer melodramatischen Liebesgeschichte. Das Problem dabei sind die Tonwechsel des Films, in dem Komik und Drama oft unvermittelt nebeneinander und sich damit im Weg stehen.(...)

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