Brothers - Kritiken
Der Film:
In Afghanistan wird Sams Helikopter abgeschossen. Das US-Militär kann ihn nicht bergen und erklärt Sam daraufhin für tot. Grace und ihre beiden Töchter lässt diese Nachricht wie gelähmt zurück - den Alltag meistern sie nur schwer und dank des Beistands der ganzen Familie. Auch Thommy, Sams Bruder und eigentlich das Schwarze Schaf der Familie, steht ihnen zur Seite und versucht, die drei zu stützen und Verantwortung zu übernehmen. Seine Anwesenheit scheint den Kindern gut zu tun und sogar Grace beginnt, ihn mit anderen Augen zu sehen.
Doch dann die schockierende und erlösende Nachricht zugleich: Sam ist nicht tot. Als er – gezeichnet von der grausamen Gefangenschaft – in die Heimat zurückkehrt, hat sich alles verändert: Seiner Familie begegnet er verschlossen, feindselig und vor allem misstrauisch. Thommy, der in seinem Leben eine neue Rolle gefunden hat, gerät in Sams Visier. Er beginnt einen Kampf zu führen, der die Grundfeste der gesamten Familie erschüttert…
(...)Das Drehbuch zu diesem Streifen mit Hollywood-Staraufgebot stammt aus der Feder von David Benioff ("Der Drachenläufer'") in Anlehnung an den dänischen Film "Brødre". Doch die Probleme von "Brothers" sind global und Regisseur Jim Sheridan hätte gut daran getan, sie so zu inszenieren. Denn die politische Perspektive und arg patriotische Haltung, die er hier an den Tag legt, ist alles andere als kritisch. Dabei sollte es in "Brothers" nicht um die Schlacht und Gut oder Böse gehen, sondern um die Auswirkungen, die der Krieg auf uns alle hat – auf die Soldaten ebenso wie die Daheimgebliebenen. Immerhin gelingt Sheridan eine sensible Inszenierung des Stellvertreterkonflikts zwischen den beiden Brüdern.(...) Quelle: unikosmos
Aus Bruderliebe wird Bruderhass
„Brothers“: Düster, intensiv und hochemotional. Die begabten Stars geben alles in diesem packenden Psycho- und Familiendrama. Quelle: Bild.de
Psycho-Seifenoper
Noch so ein Kriegstrauma-Drama könnte man abwinken. Erst recht, als es sich hier um das Hollywood-Remake einer völlig verquasten dänischen „Dogma“-Vorlage handelt. Doch dem Iren Jim Sheridan („Der Boxer“) gelingt ein packendes Familiendrama – mit verunglücktem Seifenoper-Start und kleineren Klischee-Klippen. „Spiderman“ Maguire zieht als Mustersoldat und Familienvater zum vierten Mal nach Afghanistan. „Brokeback Mountain“-Cowboy Jake Gyllenhaal spielt seinen Versager-Bruder Thommy, der aus dem Gefängnis entlassen wird. Als Sams Helikopter abgeschossen wird, erklärt man ihn für tot. Thommy übernimmt die Vaterpflichten – und verliebt sich in die hübsche Schwägerin Grace (Natalie Portman). Doch Sam kehrt nach monatelanger Gefangenschaft und Folter zurück. Traumatisiert mutiert der einstige Sunnyboy zum misstrauischen Psychopathen, zur tickenden Zeitbombe... Gyllenhaal und Portman bieten Bestleistung wie gewohnt. Selbst Maguire läuft unter Schauspiel-Regisseur Sheridan zu Hochform auf. Ihre Glaubwürdigkeit macht das Familiendrama zur packenden Psychostudie – auch jenseits von Afghanistan. Quelle: subway.de
Sensibles Drama über die schrecklichen Nachwirkungen des Kriegs
Mit "Brothers", der amerikanischen Adaption des dänischen Independent Movies "Brødre" von Susanne Biers, beweist Regisseur Jim Sheridan abermals sein untrügliches Gespür für eindrucksvolle und berührende Familiendramen. Mit gezielter Emotionalität, die nur in wenigen Momenten leicht ins Melodramatische abgleitet, schildert Sheridan die verheerende Auswirkung von Krieg auf die Stabilität und Dynamik innerhalb familiärer Strukturen, ohne dabei eine allzu erdrückende Atmosphäre heraufzubeschwören. Bewegend und absolut authentisch, ist der Film mehr als reines Unterhaltungskino und unbedingt sehens- wie empfehlenswert. Quelle:T-online
Genauer Blick in eine zertrümmerte Seele
Tobey Maguire brilliert in dem Politdrama "Brothers" als traumatisierter Soldat. Der Film ist nicht kitschig, nicht übertrieben, dafür packend. Quelle: Hamburger Abendblatt
Einfühlsames Remake
Jim Sheridan ("In America") liefert ein einfühlsames Remake des vielbeachteten Kriegsdramas "Brothers – Zwischen Brüdern" der Dänin Susanne Bier. Quelle: NDR
Kritik • critic.de
(...)Es "stellt sich heraus: Über den Vergleich zwischen Original und Remake ergeben sich zwar anregende Beobachtungsperspektiven, diese reichen jedoch nicht aus, um die Existenz von Jim Sheridans enttäuschendem Film zu rechtfertigen."(...)
Kritik • negativ-film.de
(...) "Zwar stellt BROTHERS () keinen Meilenstein im Genre des Heimkehrerdramas dar, doch sind es die herausragenden Schauspielerleistungen, die den Film sehr sehenswert machen, wobei die beiden Mädchen die erwachsenen Kollegen an vielen Stellen noch zu überbieten wissen. Ihr Schmerz angesichts der Veränderung des Vaters und die Verlustängste um ihren liebgewonnen Onkel sind das, was am meisten berührt und im Gedächtnis haften bleibt."(...)
Kritik • kultiversum.de
(...)"Die Ausrutscher der beiden als Missetaten zu werten, setzt ein sehr blaustrümpfiges Moral-Verständnis voraus. Solche gut protestantischen Schuld-und-Sühne-Grübeleien haben im skandinavischen Kino Tradition seit Ingmar Bergman, doch erreichen sie selten seine existentielle Intensität. In der Hochglanz-Ästhetik eines handwerklich perfekten Hollywood-Films wirkt dieser moralinsaure Eifer verfehlt. Die seelischen Versehrungen an der Heimatfront hat Oren Moverman 2009 mit THE MESSENGER () deutlich dargestellt. Zum Thema Kriegsfolgen liefert BROTHERS () nur eine vorhersehbare Erbauungs-Fabel."(...)
Kritik • getidan.de
(...) "Ohne vordergründige Agitation strafen sie alles Gerede von gerechten, unausweichlichen, notwendigen Kriegen, Lüge. Eine brillante Ensembleleistung. Die Akteure ermöglichen es dem Regisseur, ganz vieles unausgesprochen zu lassen. Man sieht ihnen an, was das Verbrechen sanktionierten Mordens auch aus Nichtbeteiligten machen kann. Die Leere in ihren Augen, wenn der Schrecken sie im Würgegriff hält, wird wohl niemand vergessen."(...)
Kritik • schnitt.de
(...) "Seine feine Intelligenz entwickelt Jim Sheridans Film dann auch nicht aus einer vordergründigen Frage nach Schuld oder Verantwortung, sondern aus einer in soziologischen Widersprüchen verfangenen Suche der Protagonisten zwischen Ehrlichkeit, Vertrauen und Verlustängsten. Hier dringt BROTHERS () mit Bedacht und doch stets präzise tief in die Seelenwelten seiner Charaktere ein, wenn auch nie mit anderen Mitteln als denen des Genres."(...)
Kritik • textezumfilm.de
(...)Nicht Kriegskritik steht im Mittelpunkt des Spielfilmes, sondern eher die seelischen Wunden, die der Krieg hinterlässt, meint José García. "In dieser Hinsicht geht die Neuverfilmung gar einen Schritt weiter als das dänische Original, weil Jim Sheridans Film den kausalen Zusammenhang zwischen Sams Erlebnissen in der Gefangenschaft und dem Familiendrama stärker betont. Die Verarbeitung des vom heimkehrenden Soldaten Erlebten steht somit im Mittelpunkt von BROTHERS (). Ein Sujet, das bereits der Vietnamkriegsfilm kennt und nun für den Afghanistan- und Irakkrieg aktualisiert wird."(...)
Kritik • bummelkino.de
(...)"Das großartig aufspielende Trio – Jake Gyllenhaal, Natalie Portman und Tobey Maguire mit seiner wohl bisher besten schauspielerischen Leistung – verschaffen diesem intensiven und bisweilen schmerzhaften Drama eine außergewöhnliche Tiefe. Gerade den Ex-Spiderman wird man als krankhaft eifersüchtigen und von verdrängten Schuldgefühlen aufgefressenen Veteran, der erst wie ein Zombie durch die frisch renovierte Einbauküche seines Zuhauses wandelt und diese später umso kraftvoller demoliert, so schnell nicht vergessen."(...)
Kritik • doppelpunkt.de
(...)Mit beklemmender Bravour und Präzision präsentiert das Trio seine Stimmungslage, lobt Dieter Oßwald. "Grace reagiert mit verzweifelter Ohnmacht auf die unterschwellige Aggression ihres Mannes. Der Schwager erträgt alle Angriffe zunächst mit stoischer Gelassenheit. Bis die beiden Töchter das Fass schließlich zum Überlaufen bringen. Jake Gyllenhaal und Natalie Portman bieten Bestleistung wie gewohnt. Selbst Tobey Maguire läuft unter Schauspiel-Regisseur Jim Sheridan zu Hochform auf. Ihre Glaubwürdigkeit macht das Familiendrama zur packenden Psychostudie – auch jenseits von Afghanistan."(...)
Kritik • cineman.de
(...) nicht nur eine Dreiecksgeschichte zwischen konkurrierenden Brüdern, sondern viel mehr die Bestandsaufnahme heimgekehrter Soldaten im achten Jahr nach Beginn des Afghanistan-Kriegs. Jim Sheridan gelingt es dabei, die erlittenen Traumata seiner Figuren an verschiedenen Fronten zu skizzieren und emotional einzuordnen. So hat etwa auch Sams und Tommys Vater Hank (Sam Shepard), ein altgedienter Marine, mit den Folgen des Krieges zu kämpfen, die er konstant in Alkohol zu ertränken versucht."(...)
Kritik • programmkino.de
(...) die "größte Überraschung des Films Tobey Maguire. Gerade in den Szenen nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft zeigt der einstige Spiderman ein überraschendes Maß an unterschwelliger Aggression, die einen erschreckend realen Eindruck davon vermitteln, wie der Krieg die Psyche von Soldaten zerstören kann. Und so reiht sich BROTHERS () in die inzwischen recht lange Liste von Filmen über die aktuellen amerikanischen Kriege ein, die zwar nicht an der Kinokasse erfolgreich, aber dennoch nicht weniger sehenswert sind."(...)
Kritik • agenda.derbund.ch
(...)Bei allen Anpassungen auf die US-Situation ist es Regisseur Jim Sheridan anzurechnen, dass er das kühle dänische Original der früheren Dogma-Filmerin Susanne Bier nicht mit romantischem Schmalz verklärt. Hollywood ist dank Starbesetzung präsent: Natalie Portman brilliert nach Rollen als Killerin, Königin, Stripperin und Rächerin nun auch als Ehefrau und Mutter, Tobey Maguire beherrscht diesen irren Blick, und Jake Gyllenhall verkörpert den verruchten Bruder mit Bart und Lederjacke cool. Ein idealer Cast für diesen unamerikanisch pathosarmen, berührenden Film."(...)
Kritik • cineast.ch
(...)"Der niemanden überraschende Twist ist natürlich, dass Sam überlebt hat und gefangen genommen wurde. Natürlich, da Tobey Maguire als hochdotierter Schauspieler und einem der drei Namen über dem Filmtitel nicht nach einer runden Viertelstunde schon aus dem Film verschwinden kann. Auch der weitere Filmverlauf hat kaum noch Überraschungen zu bieten. Tobey Maguire überrascht allerdings durchaus in dieser für ihn sehr untypischen Rolle. Er vermag über die übrige, solide Besetzung hinauszuragen - selbst wenn er leider gerade in manchen klimatischen Szenen nicht die erforderliche Intensität erreicht."(...)
Kritik • nahaufnahmen.ch
(...)Auch wenn BROTHERS () eigentlich alles richtig macht, um ein erstklassiges Remake zu sein, wirklich begeistert verlässt Lukas Hunziker "das Kino dennoch nicht. Was trotz der nüchternen, sehr subtilen Umsetzung der Geschichte nicht ganz funktioniert, ist die Sympathie, die man als Zuschauer wohl für Sam haben sollte. Einen amerikanischen Soldaten und dessen armeebegeisterte Familie zu bedauern, dürfte so manchem Zuschauer bei uns schwer fallen. So manchen dürfte es ärgern, dass die Taliban teilweise aussehen wie die geschminkten Wüstenkrieger."(...)
Kritik • outnow.ch
(...)"Susanne Biers Version verzichtete auf billige Erklärungen, weshalb die Liebesgeschichte und das Soldatenschicksal sich in etwa die Waage hielten. Die Liebe kommt bei Jim Sheridan auch deshalb etwas zu kurz, weil Natalie Portman fad bleibt. Er endet stattdessen seinen Film mit einem Zitat des spanischen Philosophen George Santayana: "Nur wer stirbt, hat das Ende des Krieges erlebt". Eine bei Soldaten sehr beliebte Quote. Diese Fokussierung auf das Militärische macht, dass das Original unerreicht bleibt. Dass der Krieg Schlimmes mit Soldaten anstellt, hat THE HURT LOCKER () faszinierender geschildert als dieses Melodrama." (...) Quelle: www.film-zeit.de
amazon-Kritiken

