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3 OSCARS : Beste Regie - Bestes Drehbuch - Beste Musik
„Brokeback Mountain“ hatte acht Nominierungen
Der Überraschungssieger der diesjährigen Oscar-Verleihung ist das Rassismus-Drama „L.A. Crash“. Für die Macher von „Brokeback Mountain“ verlief die Gala im Kodak-Theater enttäuschend. Zwar konnte Ang Lee den Regiepreis abräumen, und ferner wurde der Film für das beste Drehbuch nach einer Vorlage und für die Musik geehrt. Da „Brokeback Mountain“ aber mit acht Nominierungen an der Spitze aller Anwärter angetreten war, blieben die am Ende nur drei Preise deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Ang Lee ist enttäuscht
Ang Lee mit seinem Regie-Oscar für »Brokeback Mountain«.
Los Angeles (dpa) - Der Regisseur des Schwulen-Westerns »Brokeback Mountain«, Ang Lee (51), hat zugegeben, dass er enttäuscht über das Abschneiden seines Films bei den Oscars ist.
Er habe damit gerechnet, dass »Brokeback Mountain« den Oscar für den besten Film bekommen würde, sagte der Taiwaner nach amerikanischen Medienberichten. Stattdessen ging der Preis überraschend an das Gesellschaftsdrama »L.A. Crash«. Es liege in der »menschlichen Natur«, enttäuscht darüber zu sein, sagte Lee: »Wie haben seit September jeden Preis gewonnen, aber beim letzten, beim größten sind wir leer ausgegangen.« »Brokeback Mountain« bekam drei andere Oscars, darunter für die beste Regie.
08.03.2006 dpa / WAZ
Zwei heiße Eisen
In "L. A. Crash" rettet der weiße Polizist Ryan (Matt Dillon) die Farbige Christine (Thandie Newton) aus einem brennenden Auto. Einige Szenen zuvor hatte er sie erniedrigt. Foto: UF
"Brokeback Mountain" kommt in die deutschen Kinos. Und "L. A. Crash" nach seinem Oscar-Sieg wieder.
In den Filmen geht es um brisante Themen wie Liebe zwischen zwei Cowboys und Rassendiskriminierung
Hat "L. A. Crash" jetzt zu Recht den Oscar als bester Film gewonnen? Oder hätte ihn der als Favorit gehandelte Beitrag "Brokeback Mountain" eher verdient? Kinofans können sich zu diesem strittigen Thema nun ihr eigenes Bild machen. Denn "Brokeback Mountain" startet am Donnerstag bundesweit in den Kinos, "L. A. Crash" kommt zu demselben Termin erneut hier zu Lande auf die Leinwand.
Und das ist gut so: Denn "L. A. Crash", der bei seinem ersten Start im August des letzten Jahres nur 220 000 Besucher in Deutschland hatte, ist ein absolut sehenswerter Film; sowohl spannend, als auch gefühlvoll und von hoher gesellschaftspolitischer Brisanz. Genau das hat er mit "Brokeback Mountain", Ang Lees Beitrag über zwei schwule Cowboys, gemeinsam. Letztlich wären also beide verdiente Gewinner des Oscars für den besten Film gewesen. Dass beide Werke jeweils drei Oscars abräumten, dürfte zumindest eine gewisse Genugtuung für die "Brokeback Mountain"-Macher sein.
Vor grandiosen Landschafts-Panoramen erzählt Ang Lee die Geschichte der Cowboys Ennis Del Mar (Heath Ledger) und Jack Twist (Jake Gyllenhaal), die 1963 beim Schafehüten auf dem Brokeback Mountain ihre Liebe zueinander entdecken. Obwohl beide heiraten und Familien gründen, kommen sie über 20 Jahre nie über ihre tiefe Zuneigung zueinander hinweg und zerbrechen letztlich an diesem Doppelleben.
Übrigens hat Ang Lee den Film aus einer gerade mal 44 Seiten umfassenden Kurzgeschichte der amerikanischen Schriftstellerin Annie Proulx (70) entwickelt. Die Autorin wurde für ihre Romane und Erzählungen mit vielen wichtigen Literaturpreisen Amerikas ausgezeichnet, darunter Pulitzerpreis und National Book Award.
Besonders herausfordernd an "Brokeback Mountain" ist, dass das Thema Homosexualität in Zusammenhang mit dem Cowboy-Mythos gestellt wird. Denn Westmänner werden gemeinhin ja als Lonesome Rider dargestellt, die andere Männer pragmatisch als Waffengefährten, (Sauf-)Kumpel oder Gegner betrachten. Und die selbst Frauen unbeholfener anfassen als ihren Colt. Gerade in den letzten Tagen zeigten mehrere TV-Dokumentationen, dass selbst heute für Cowboys das Ausleben von Homosexualität ein großes Problem in den konservativen Provinzen Amerikas ist.
Ein heißes Eisen fasst auch "L. A. Crash" von Regisseur Paul Haggis an. In einem großen Handlungskreis wird aufgezeigt, wie Diskriminierung funktioniert. In dem bis in die kleinste Rolle hervorragend besetzten Ensemblefilm wirken u. a. Thandie Newton, Sandra Bullock, Don Cheadle und Matt Dillon mit.
Haggis setzt in seiner Studie nicht auf das simple Schema Weiß unterdrückt Schwarz, sondern er zeigt, wie vielfältig Machtpositionen ausgenützt werden. Da kommt durchaus auch ein schwarzer Kleinkrimineller in Los Angeles auf die Idee, eine Wagenladung illegal eingereister Asiaten preisgünstig zu verkaufen. Immer wieder lösen in "L. A. Crash" persönliche Frustrationen das Fehlverhalten der Handeln-den aus, immer wieder feiert aber auch die Mitmenschlichkeit kleine Siege.
So rettet der weiße Polizist Ryan (Matt Dillon) die farbige Frau (Thandie Newton) eines TV-Produzenten aus einem brennenden Wagen, nachdem er sie einige Szenen zuvor bei einer Straßenkontrolle bewusst erniedrigend durchsucht (genauer: betatscht) hatte. Wir sehen aber auch, wie Ryan von einer schwarzen Wohlfahrts-Angestellten knallhart abgewiesen wird, als er für seinen schwerkranken Vater finanzielle Unterstützung erbittet. Wo also beginnen Rassismus und Diskriminierung?
07.03.2006 Von Michael Vaupel / WAZ
Aus dem Leben ins Kino
Hollywood wird politischer
Amerikanische Regisseure und Schauspieler setzen vermehrt auf polit-kritische Themen. Ob Michael Moore und Dustin Hoffman. Oder George Clooney und Paul Haggis, die gerade Oscars absahnten.
Das ist die gute Nachricht. Jetzt die schlechte: Nur knapp 39 Millionen Zuschauer sahen in den USA diesmal die Oscar-Übertragung, weil nominierte Blockbuster fehlten. Zu "Titanic"-Zeiten 1998 waren es über 55 Millionen Zuschauer.
Machen wir uns also nichts vor: Engagierte Hollywood-Filme interessieren nur eine Minderheit. Dementsprechend setzt die Mehrheit der US-Produzenten weiterhin auf das, was Geld bringt, nämlich Liebe und Action. Dennoch hat George Clooney recht, wenn er prophezeit, dass sich das Mainstream-Kino ändern wird. Themen wie die Irak- und Afghanistan-Kriege, Rassismus, der schwer durchschaubare Polit- und Wirtschafts-Dschungel bewegen die Menschen weltweit. Filme wie "Guantanamo", "L. A. Crash", "München", der Öl-Thriller "Syriana" oder "Good Night, And Good Luck!" sind die Konsequenz daraus. Solche Polit-Filme kommen nicht mehr - wie etwa das deutsche Kino der 70er Jahre - theorielastig-belehrend, sondern spannend daher. Daran zeigt sich: Die Branche hat erkannt, dass auch bei engagierten Themen die "Verpackung" ansprechend sein muss.
Auch die Grenzen zwischen dem klassischen Unterhaltungs-Kino der großen Studios und den davon unabhängigen, ambitionierteren Independent-Produktionen löst sich zunehmend auf. Ein Hollywoodstar wie Clooney kann inzwischen durchaus einen Film wie "Good Night, And Good Luck!" über die Kommunistenjagd während der McCarthy-Ära drehen, eine Sandra Bullock kann im Rassismus-Drama "L. A. Crash" mitspielen. Und ihre Kollegin in diesem Film, Thandie Newton, wurde kürzlich noch als neues Bond-Girl gehandelt.
Trotz zündender Reden, wie Michael Moores "Shame on you, Mister Bush!" bei den Oscars 2003, betrachten die Amerikaner Europa immer noch als die bessere Bühne für Polit-Botschaften. Denn sie sehen das Publikum als sensibilisierter an. So stellte Moore sowohl seinen Film "Bowling for Columbine" gegen die US-Waffenlobby, als auch seinen Anti-Bush-Beitrag "Fahrenheit 9/11" beim Festival in Cannes vor, feierte Clooneys "Good Night" erste Erfolge in Venedig, sorgte Dustin Hoffman mit seiner flammenden Rede gegen den Irak-Krieg bei der "Cinema for Peace"-Gala auf der Berlinale 2003 für Aufsehen.
Kinofilme und Gesellschaft stehen in Wechselwirkung. Sind diese engagierten Hollywood-Filme auch in der Minderheit, so kann ihre Bugwelle durchaus eine breitere Welle auslösen. Auch mehr engagierte Filmprominenz, die auf der Polit-Bühne ihren Einfluss geltend macht, wäre wünschenswert. Sie muss ja nicht zwingend Reagan oder Schwarzenegger heißen.
07.03.2006 Von Michael Vaupel / WAZ
Schwuler Königsfilm in Korea, rosa Cowboys in Sydney
Von Michael Lenz, Sydney / Der Stern online
Ob in Seoul, Sydney oder Singapur - das schwule Cowboydrama "Brokeback Mountain" schlägt hohe Wellen. In Südkorea sorgt im Kielwasser des Films die erste heimische Schwulenfilmproduktion für volle Häuser.
Bereits ein Viertel aller Südkoreaner hat der Film über die sexuelle Affäre zwischen einem König aus der Chosong Dynastie und seinem Hofnarren ins Kino gelockt. Sogar Staatspräsident Roh Moo-hyun hat den Film, der auf einer historischen Begebenheit beruht, gesehen. Im Gegensatz zu US-Präsident George Bush, der "Brokeback Mountain" bisher die kalte Schulter gezeigt hat.
Taiwans Präsident nützt Film zum Seitenhieb auf China
Taiwans Präsident Chen Shui-bian verglich im Februar vor einer Konferenz amerikanischer Geschäftsleute die Beziehungen zwischen seinem Land und den USA mit "Brokeback Mountain". "In jedem von uns steckt ein 'Brokeback Mountain", zitierten asiatische Tageszeitungen Chen Shui-ban. "Er motiviert uns zu verstehen, dass wir alle in unserem Leben immer wieder schwierige Entscheidungen zu treffen haben und dass wir Vorurteile überwinden müssen." Chen nutzte den Film, der seinem Landsmann Ang Lee den Regie-Oscar eingebracht hat, auch zu einem Seitenhieb auf die Volksrepublik China. "Hier in Taiwan läuft 'Brokeback Mountain' in ausverkauften Kinos, und Ang Lee ist hoch angesehen. Jenseits der Straße von Taiwan, in China, ist der Film von den Zensoren der Regierung verboten."
Philippinische Bürgermeisterin spielt im Schwulenfilm
Das Brokeback-Fieber grassiert auch auf den erzkatholischen Philipinen. In Arbeit ist der Fernsehfilm "Flores de Mara" über eine Mutter mit gleich drei schwulen Söhnen. Für die "aufregende" Hauptrolle hat die preisgekrönte philippinische Schauspielerin Vilma Santos eigens ihre neue Karriere als Bürgermeisterin von Lipa City unterbrochen. Nach den Dreharbeiten wird sich Santos aber wieder ganz der Politik widmen. Sie plant eine Kandidatur für den Posten des Gouverneurs von Batangas, was politische Beobachter als Vorbereitung auf Höheres werten - nämlich die Vizepräsidentschaft nach den Wahlen im Jahr 2010.
Aussi-Wellenreiter bringt der Film zum Schäumen
In Australien bringen die Dreharbeiten zu einer maritimen Version von "Brokeback Mountain" die Wellenreiter zum Schäumen. Der zur Zeit in der Nähe von Sydney gedrehte Low-Budget-Film "Tan Lines" des Filmemachers Ed Aldridge erzählt die Liebesgeschichte zwischen zwei Wellenreitern. Die knackig-braunen Macho-Surfer zwischen Bondi Beach und dem Strand von Manly finden das gar nicht lustig. Auf einer Surferwebsite lassen sie Dampf ab gegen Schwule. "Das wird ein lächerlicher Film. Man braucht eine gewisse Körperlichkeit, um sein Surfbrett tragen und ordentlich gehen zu können. Das kann man nicht nachstellen", schreibt einer.
Zensiert in China und in arabischen Ländern
So manchen Kinofans wird "Brokeback Mountain" jedoch vorenthalten. Der Film steht nicht nur in China auf dem Index, sondern auch in arabischen Ländern. Im überwiegend moslemischen Malaysia hat es die größte Verleihfirma des Landes in einem Akt von vorauseilender Selbstzensur erst gar nicht gewagt, den Film ins Sortiment zu nehmen. Im benachbarten puritanischen Singapur darf die Geschichte über die Liebe unter Cowboys überraschenderweise laufen, obwohl Homosexualität in dem Stadtstadt illegal ist. Die Begründung der Zensur, die auf den schönen Namen "Behörde für Medienentwicklung" hört: in "Brokeback Mountain" werde Homosexualität nicht verherrlicht. Der taiwanesische Film "Formula 17", in dem sich zwei männliche Teenager ineinander verlieben, steht dagegen auf dem Index. Glückliche Schwule sind nicht erlaubt.
Cowboy-Gruppen tanzten Square Dance auf Sydneys Mardi-Gras-Parade
Sydneys lesbisch-schwule Mardi-Gras-Parade, mit der am vergangenen Samstag die weltweite Christopher-Street-Day-Saison eröffnet wurde, war eine einzige Brokeback-Orgie. Auf der Parade ritten Cowboys auf falschen Bullen, Cowgirls von den "Dykes on Bikes" (Lesben auf Motorrädern) hatten ihre Böcke als Kühe verkleidet, und Cowboy-Tanzgruppen tanzten "Square Dance". Unter der halben Millionen Zuschauer war Bruno Gmünder, ein Verleger schwuler Bücher und Magazine aus Berlin. "Ich bin hier, um den Beginn der Jahresparaden zu erleben. Sie sind so etwas wie der Gradmesser für die Befindlichkeit der schwul-lesbischen Community." Wenn Gmünder Recht hat, dann werden in diesem Jahr die Christopher-Street-Days zwischen Köln und Berlin grelle Politsatiren mit viel Wildem Westen.
Presseschau : "Oscar in Not" :
Der Stern
Geht die Ära vom Traumkino made in Hollywood zu Ende? In den Medien ist die Oscar-Vergabe auf ein geteiltes Echo gestoßen. Einige Zeitungen übten Kritik.
Hollywood ist immer für eine Überraschung gut. Der mit acht Oscars nominierte Schwulen-Western "Brokeback Mountain" wurde mit drei Oscars abgespeist. Einige Kommentatoren sehen in Hollywood eine Trendwende weg von bombastischen Materialschlachten zu politisch engagierten Autorenfilmen.
El Periódico (Spanien)
Der erwartete Linksruck in Hollywood blieb aus. Der Oscar für den besten Film ging mit "L.A. Crash" an den Streifen, der von allen Bewerbern am wenigsten unbequem war. Dass der als Favorit gehandelte Western "Brokeback Mountain" nur den Preis für die beste Regie erhielt, war ein Kompromiss, den die Verantwortlichen politisch für die korrekteste Lösung hielten.
Einige Juroren wollte von schwulen Cowboys nichts wissen, die anderen dagegen lobten das Werk. Unter dem Strich erwies Hollywood sich ein weiteres Mal als konservativ und orientierte sich am traditionellen Geschmack des Durchnittsamerikaners!
Berner Zeitung (Schweiz)
Der wirkliche Verlierer ist der Oscar selbst. Was einst als Höhepunkt des Filmkalenders galt und für hohe Einschaltquoten am TV sorgte, wird immer mehr zur Klagestunde einer untergehenden Industrie. DVDs und das Internet vermiesen der Kinobranche das Geschäft. Vermeintliche Blockbuster werden zu Flops, junge Leute ziehen Heimkino und Websites den kuscheligen Samtsesseln vor. Eigentlich hätte sich Hollywood über die hervorragenden Autorenfilme, welche die diesjährige Oscarverleihung prägten, freuen können. Doch diese bringen zu wenig Geld ein und entfachen zu viele politische Diskussionen: Oscar steckt im Dilemma. Und mit ihm ganz Hollywood.
Lausitzer Rundschau
Was ist los in Hollywood? Dass der haushohe Favorit Brokeback Mountain mit drei Neben-Oscars abgespeist wird, ist unerwartet, aber nicht extrem verwunderlich. Der Schwulen-Western war den meisten Juroren dann doch zu heikel. Die Entscheidung aber, stattdessen L.A. Crash zum Film des Jahres zu küren, verblüfft durchaus. Eine kleine Produktion, die nur mit mäßigem Erfolg in den Kinos gelaufen ist - alles andere als ein Kassenschlager! Von den mit großem Aufwand produzierten Streifen wie King Kong oder Geisha wäre offensichtlich keiner als echte Alternative zu Brokeback Mountain zu vermitteln gewesen. Und da ohnehin in diesem Oscar-Jahrgang politisch ambitionierte Filme dominierten, blieb die gesellschaftskritische Studie L.A. Crash als politisch korrekter Überraschungskompromiss.
Kölner Stadtanzeiger
Zwei Zweifel am Oscar für "Crash" drängen sich auf: Zum einen war die Oscar-Kampagne teurer als der Film selbst. Und zweitens ist eine Sensation wie diese gut für aufgeregte Schlagzeilen, die ansonsten angesichts eines nahezu komplett vorhersehbaren Abends vermutlich klein bis abfällig ausgefallen wären. Allerdings war die Entscheidung zugunsten von "Crash" weitaus mehr als ein Marketing-Trick. Das episodische Rassendrama hat mehr mit den akuten Alltagsproblemen zu tun als "Brokeback Mountain", der stille Western über die Liebe zweier Cowboys. Nüchtern betrachtet hat der relevantere und vermut- lich sogar der bessere zweier exquisiter Filme gewonnen. In 20 Jahren jedenfalls dürfte der Sensationsgehalt dieser Oscar-Nacht schwer nachvollziehbar sein. Dafür hat ein zu guter Film gewonnen.
Volksstimme
Hollywood ist dabei, an seine besten Traditionen anzuknüpfen seit langem war die größte Show der Welt nicht so hochgradig politisiert wie in diesem Jahr. Ein Film über schwule Cowboys, einer über die McCarthy-Ära und schließlich einer über Rassenprobleme als Gewinner dominierten die Nominierungen. Die Gründe dafür sind nicht nur in einem neu- oder wiederentdeckten künstlerischen Verantwortungsbewusstsein der Traumfabrikanten zu sehen nach wie vor will man hier vor allem Geld verdienen. Wenn man aber glaubt, dies mit politischen Filmen zu können, lässt das auch Rückschlüsse auf veränderte Stimmungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu. Die Politik der Bush-Administration weckt offensichtlich schlummernde Tugenden der Supermacht allen voran die Selbstkritik
Pforzheimer Zeitung
Die Oscar-Nacht war mithin eine selten trostlose Nabelschau für das Amerika des George Bush. Und eine erfreuliche für all jene, die - wie George Clooney - Kino als eine Kraft begreifen, welche die Gesellschaft reflektiert. Dass in mindestens einem Provinzkino im Westen der USA "Brokeback Mountain" aufgrund des erpresserischen Drucks religiöser Kreise aus dem Programm genommen wurde, erschreckt. Und es zeigt einmal mehr, dass fundamentalistische US-Amerikaner nur allzu gerne und dazu neigen, die Werte ihrer eigenen Verfassung zu verraten.
Erdenschwer und himmeltraurig
Von Urs Jenny / Spiegel Online
Die amerikanische Kino-Überraschung der Saison: zwei schwule Cowboys auf dem "Brokeback Mountain".
Es beginnt ohne Umwege mit einem ersten Blickwechsel: Zwei eher schmächtige junge Burschen, die im weißen Morgenlicht vor einer Baracke stehen, wartend, der eine an seinen zerschrammten Pick-up gelehnt, der andere an die Wand, und einander misstrauisch beäugen - zwei hungrige Ranch-Arbeiter im ländlich-rückständigen Wyoming des Jahres 1963, vielleicht Konkurrenten um einen Job, der da zu kriegen sein soll.
Es zeigt sich dann: Beide kriegen den Job. Sie sollen den Sommer lang gemeinsam eine Schafherde von tausend oder zweitausend Stück über die baumlosen Höhen des Brokeback Mountain treiben und nachts vor den streunenden Kojoten beschützen. Die ersten Wochen dort oben umkreisen oder belauern Ennis und Jack, die beiden einsamen Hirten, die ihre Hüte nicht einmal zum Schlafen abnehmen, einander verkniffen, störrisch und wortkarg. Wer traut wem?
Schwer zu sagen, was genau sie dann eines Nachts so plötzlich und heftig unter der Zeltplane zusammentreibt und in gewalttätiger Umarmung übereinander herfallen lässt. Das erlöschende Feuer, der Whiskey, der eisige Wind und die Einsamkeit haben Sperren gelockert, und dann überwältigt sie rauschhaft eine Macht, von der sie selbst keine Vorstellung und für die sie erst recht kein Wort haben. Die Realität, der Ennis und Jack ihre wilde, verrückte Sommerverliebtheit auf dem Brokeback Mountain entgegensetzen, ist der Himmel selbst, davor die drohende, dunkle Masse des Berges, die pfeifenden Eiswinde, die plötzlichen Unwetter, die auf sie herabstürzen.
Der Film "Brokeback Mountain" von Ang Lee, der in bewundernder und geradezu buchstäblicher Treue einer Erzählung von Annie Proulx folgt, zeigt eine ganz unerwartete und bewegende Großartigkeit in der Art, wie seine Bilder das Ungebändigte, Elementare dieser Leidenschaft und dieser Natur zusammenbringen. Er feiert das eine im andern.
Dass das gelingt, ist natürlich auch die Leistung der beiden "Stars" Heath Ledger und Jake Gyllenhaal, die mit der eckigen Anmut junger Stiere aufeinander losgehen, des Kameramanns Rodrigo Prieto, der die riesigen Himmel leuchten lässt, und des Komponisten Gustavo Santaolalla, dessen Country-Musik mit einem zarten, elegischen Pathos die Spannung hält.
Die erdenschwere Realität der Wyoming-Gesellschaft, mit ihren Normen und Zwängen, fordert erst vier Jahre später ihr Recht, als Ennis und Jack einander zum ersten Mal wieder begegnen: Beide, wie das Leben so spielt, sind inzwischen verheiratete junge Familienväter, und sie begreifen eigentlich erst in diesem Wiedersehensaugenblick, wie vom schrecklichen Blitz der aufschießenden Lust erleuchtet, was der Bergsommer damals, als sie noch keine 20 waren, für sie bedeutet hat und dass es unwiederbringlich verloren ist.
Was man nicht ändern kann, muss man nehmen, wie es kommt, sagt Ennis, und fortan treffen die beiden sich als treue Ehebrecher alle paar Monate, um sich auf einem Angel- oder Jagdausflug in der Bergeinsamkeit für ein paar Tage im Abglanz des einstigen Glücks zu sonnen.
Mag sein, sie ahnen, dass ihre heimlichen Vereinigungen ihnen überlebensnotwendiger sind als die Befriedigung, die sie bei ihren Frauen finden oder eben nicht finden. Doch weil sie Armeleutekinder ohne Schulabschluss sind und nichts zustande gebracht haben, worauf sie stolz sein könnten, ist ihr Selbsthass größer als ihr Mut: Anders oder gar woanders leben könnten sie nie. Sie erfahren, dass so viel Glück zugleich so viel Unglück sein kann, und also ein Fluch. Das Bild eines gelynchten Schwulen, dessen grausig verstümmelte Leiche man ihm als Jungen gezeigt hat, sitzt Ennis tief in der Erinnerung eingebrannt und findet zuletzt eine grausige Wiederkehr.
Ang Lee, 51, der als junger Student aus Taiwan in die USA gekommen und dort geblieben ist, zeigt sich in seinen Filmen verblüffend wandlungsfähig: mal europäisch-literarisch ("Sinn und Sinnlichkeit"), mal ganz und gar amerikanisch ("Der Eissturm"), mal märchenhaft chinesisch ("Tiger & Dragon"). Wie das? Und wo ist er - bei der Arbeit, wie man hört, auf seine asiatische Art stets leise, freundlich und unbeirrbar - er selbst? Die Voraussetzung solcher Beweglichkeit mag der delikateste Kunstverstand sein, ihr Geheimnis aber ist die Kraft, ganz bei sich zu bleiben und doch geradezu symbiotisch in einer Geschichte und ihren Bedürfnissen aufzugehen.
Die Schauspielerin Emma Thompson erzählt in ihrem Tagebuch, wie Ang Lee am ersten Drehort zu "Sinn und Sinnlichkeit" das Team um einen improvisierten Altar mit Orangen und Blumen und Räucherstäbchen versammelt, damit sich alle zusammen in einem buddhistischen Ritual unter vielen Verbeugungen Glück für die Arbeit wünschen.
So ist er, und man kann sich vorstellen, dass er auch auf dem Brokeback Mountain mit Felljacke und Cowboyhut im Kreis seiner Hirten und Schafe Räucherstäbchen entzündet hat, um günstige Winde und Wetter zu beschwören. "Brokeback Mountain" ist ja nicht nur eine verwegene Sommerliebesgeschichte, sondern erzählt über zwei Jahrzehnte hin von zwei Männern und ihren Frauen und ihren Kindern und ihrem Unglücklichsein, so schmerzhaft und schön wie nur irgendein himmeltrauriger Lebensroman.
Für seinen beachtlichen Kinostart in Deutschland erhält Ang Lees Schwulen-Western "Brokeback Mountain" einen Box Office Germany Award für mehr als 1000 Besucher pro Kopie.
Etwa 200 000 Zuschauer in 152 Kinos sahen Ang Lees dreifach oscarprämiertes Liebesdrama um zwei schwule Cowboys am Startwochenende in Deutschland. Der Film schaffte damit zwar "nur" den dritten Platz in den Charts, aber ein sensationeller Schnitt von ungefähr 1400 Besuchern pro Kopie brachte ihm auf Anhieb einen Bogey ein, so das Branchenmagazin Mediabiz.
Zum Vergleich: "Der rosarote Panther" starte mit fast viermal so viel Kopien (533), lockte aber nur 75 000 Zuschauer mehr in die Kinos und landete damit auf Platz zwei der Charts. Den ersten Platz konnten "Die wilden Kerle 3" mit etwa 400 000 Zuschauern in der zweiten Woche verteidigen.
Die Vampir-Action "Underworld: Evolution" ist vom zweiten auf den vierten Rang gerutscht, während der Dauerbrenner "Walk the Line" den fünten Platz behaupten konnte. Mit etwa 100 000 Besuchern hat die Johnny-Cash-Biografie außerdem die Grenze von einer Million Besuchern überschritten.
BM: Der Film hält sich nun sehr gut auf Platz 4 der Kinocharts (30.03.2006)
Gyllenhaal’s Hemd unterm Hammer
Bei Ebay gibt es derzeit ein Schmäckerchen zu ersteigern, doch bevor Ihr Euch darüber freut, vielleicht bald ein von Jake Gyllenhaal getragenes Hemd Euer eigen nennen zu können, lasst Euch besser gesagt sein, dass das aktuelle Höchstgebot bereits bei 20.450 US-Dollar liegt.
Die gesamte Summe wird nach Ende der Versteigerung der »Children Charity of Southern California« zu Gute kommen.
Die beiden Hemden, eines von Jake Gyllenhall und eines von Heath Ledger getragen für deren Rollen in Ang Lees preisgekröntem Meisterwerk »Brokeback Mountain«, sind allerdings gereinigt worden. Genau das hat die Bieter auch am meisten interessiert: Ist es gewaschen oder nicht? Es ist gewaschen und auch von den (Film-) Blutspritzern befreit worden. Für viele Interessierte ein Grund, gar nicht erst mitzubieten. Die beiden Hemden wurden von der Kostümbildnerin des Film, Marit Allen, für Jake und Heath ausgesucht. Das Startgebot lag bei 9,99 US-Dollar. Die Auktion endet am 20. Februar.
Der Film »Brokeback Mountain«, der acht Mal für den Oscar nominiert wurde, erzählt die leidenschaftliche homosexuelle Liebesgeschichte zweier Cowboys und hat in den USA und weltweit für Kontroversen gesorgt. Erst in der vergangenen Woche wurde der Film in den Vereinigten arabischen Emiraten aufgrund seines Themas (Homosexualität) verboten. Übrigens hat »Brokeback Mountain«-Star Anne Hathaway bekannt gegeben, dass ihr älterer Bruder Mike seinen Freund Josh, mit dem er bereits seit fünf Jahren liiert ist, im Herbst heiraten wird.
quelle: gb.at
Dieter Hildebrandt, Altmeister des deutschen Kabaretts, zum Film:
......Zum Beispiel das Wort "Volksvertreter". Hildebrandt sinniert: "Der Versicherungsvertreter verkauft Versicherungen, der Volksvertreter..." Er lässt den Satz offen. Weiß sowieso jeder, was gemeint ist. Auch George W. Bush bekommt sein Fett ab: "Dem tut gar nichts mehr weh, höchstens, wenn zwei schwule Cowboys für den Oscar nominiert werden", schmunzelt Hildebrandt, dabei auf den Film "Brokeback Mountain" anspielend....
24.03.2006 Von Werner Streletz / WAZ
Brokeback Mountain: Randy Quaid will mehr Geld
Los Angeles - Schauspieler Randy Quaid (älterer Bruder von Dennis Quaid) hat Focus Features, die Produktionsfirma von Ang Lees Brokeback Mountain, verklagt. Quaid fordert Schadensersatz in Höhe von 10 Millionen US-Dollar. Quaid behauptet, Focus Features habe ihn arglistig getäuscht, um ihn dazu zu bewegen, seinen Auftritt in dem Film quasi zu "spenden". Ihm gegenüber hätten die Produzenten stets behauptet, der Arthouse-Film könne keinen Gewinn abwerfen. Quaid spielt in Brokeback Mountain die Rolle von Joe Aguirre, der die beiden Cowboys, gespielt von Heath Ledger und Jake Gyllenhaal anwirbt, um Schafe zu hüten.
Brokeback Mountain hat bei Produktionskosten in Höhe von 14 Millionen US-Dollar bereits mehr als 158 Millionen US-Dollar weltweit eingespielt.
24.03.06 KINO- ZEIT
US-Präsidenten Bush in Verlegenheit
Ein junger Mann hat US-Präsidenten Bush in Verlegenheit gebracht. Ob sich Bush als Ranch-Besitzer denn auch den neuen und preisgekrönten Schwulen-Western "Brokeback Mountain" anschauen werde, wollte der Fragesteller wissen. Der verunsicherte Präsident kam mal wieder ins Stottern.
"Ich hoffe, Sie kehren zurück zur Farm, ich würde liebend gern über das Ranch-Leben reden, aber ich habe den Film nicht gesehen", antwortete Bush unter dem Gelächter des Publikums einer Fragerunde, die in der Stadt Manhattan im US-Bundesstaat Kansas stattfand.
"Ich habe davon gehört. Ich hoffe, dass Sie - verstehen Sie - Ich hoffe, Sie kehren zurück zur Ranch und zur Farm und das ist alles was ich dazu sagen will", stotterte er.
Aus Spiegel online
Literaturverfilmungen
Eine andere Vorliebe, die Ang Lee mit Stanley Kubrick verbindet, gilt ganz klar den literarischen Stoffen. Seit «Sense and Sensibility» sind alle seine Filme Literaturverfilmungen. Da verwundert es auch nicht, dass «Hulk» bei Kasse und Kritik grösstenteils floppte: Marvel Comics neben Jane Austen, das gehört sich eben nicht. Mit «Brokeback Mountain» befindet sich Ang Lee wieder auf sicherem, der Hochliteratur zuzurechnendem Boden.
Anne Hathaway, die im Film Jacks Frau Lureen spielt, weist darauf hin, dass Ennis auf Irisch «Insel» heisst. «Del Mar» zudem lässt sich als «vom Meer» übersetzen. Während Jack Twist (quasi der tanzende Hans) einen leicht verständlichen Namen hat und seinen Wunsch – zusammen mit Ennis eine Ranch zu betreiben – ohne Umschweife formuliert, zieht sich Ennis mit seinem zumindest vom Englischen her unklaren Namen auf seine Insel zurück. Doch hat er eine andere Wahl? Jack wird schliesslich Opfer eines «hate crimes» und wird von Schwulenhassern zu Tode geprügelt. Noch selten wurde die herrschende Ordnung von Ang Lee in einem so negativen Licht dargestellt wie in «Brokeback Mountain». Sicherlich zeichnen sich all seine Filme auch durch sozialkritische Elemente aus, doch wohl noch nie so prononciert wie hier. Auch die Frauen von Jack und Ennis werden als Opfer der patriarchalischen Ordnung dargestellt – Jack und Ennis haben im Grunde genommen gar keine andere Wahl, da ein schwules Zusammenleben keine Option ist. Tragisch ist nur, dass Jack trotzdem umgebracht wird – wohl gerade deshalb, weil er anders als Ennis seine Homosexualität nicht verbergen wollte
Nikolaus Schäfer - Basel Online.
Western-Look nach »Brokeback Mountain« in Mode
Los Angeles (dpa) - Cowboy-Stiefel, auffällige Gürtelschnallen und Karo-Hemden mit Druckknöpfen sind nach dem Leinwanderfolg von »Brokeback Mountain« wieder in Mode. Modeschöpfer Ralph Lauren hat in New York gleich zwei neue Läden mit seiner neuen Western-Kollektion eröffnet, berichtet die »New York Times«.
Das Internet-Auktionshaus eBay meldet 25 Prozent mehr Verkäufe von Cowboy-Hüten, Gürtelschnallen und Farmer-Hemden. Modedesigner Marc Jacobs hat für den Jeans-Giganten Wrangler Westernkleidung aus den 40er Jahren neu zugeschnitten. »Es ist ein klassisches Zeichen für Männlichkeit«, sagt Modeschöpfer Dan Caten über den Cowboy-Mode-Trend. Die Experten warnen die Stadt-Cowboys aber vor Fehlgriffen: Gürtelschnallen sollten nicht mehr als acht Zentimeter breit sein. Auch tief sitzende Jeans sind tabu.
WAZ 30.03.2006 dpa
Der Ärger um "Brokeback Mountain" nimmt kein Ende:
Neuer "Brokeback Mountain"-Skandal
Ein Gefängniswärter wurde bestraft, weil er den Insassen einer Haftanstalt in Massachusetts das Drama "Brokeback Mountain" zeigte. Seine Vorgesetzten bestreiten aber, dass dies im Zusammenhang mit der homosexuellen Liebesgeschichte steht. "Es war nicht der Filminhalt, es waren die Sexszenen", behauptet eine Sprecherin der Gefängnisbehörde. Denn exzessive Gewalt, Nacktheit und eben Sexszenen entsprächen nicht den Richtlinien des Strafvollzugs.
Dies ist ein nur eine weitere, den Film betreffende negative Meldung. Bereits beim Kinostart gab es in den USA viele Diskussionen. Die konservative Bevölkerung des Mittleren Westens reagierte sehr ungehalten auf "Brokeback Mountain". Für sie kratzt die Story am sauberen Cowboyimage. Mehrere Kinoketten boykottierten den Film und nahmen ihn nicht in ihr Programm auf.
Noch weiter ging die Zensurbehörde des Inselstaats Bahamas: Dort ist der Film komplett verboten. Ein Gremium begründete die Entscheidung damit, dass er Homosexualität, Nacktheit und Schimpfworte beinhalte
DVD sorgt für neuen Wirbel
Nachdem sich die Wogen jetzt eigentlich geglättet hatten, schlägt die Veröffentlichung der DVD in den USA erneut hohe Wellen. Die American Family Association, eine nationale christliche Organisation, hat dazu aufgerufen, gegen den Verkauf der DVD bei Wal-Mart zu protestieren. Doch die Supermarktkette lässt sich nicht unter Druck setzen und behält den Film über die Beziehung zweier Cowboys, verkörpert von Heath Ledger und Jake Gyllenhaal, in ihrem Sortiment.
Aber "Brokeback Mountain" erntet nicht nur negative Schlagzeilen: Die amerikanische schwul-lesbische Allianz gegen Diffamierung (GLAAD) hat das Drama zum besten Film gekürt. Und nicht zuletzt hat "Brokeback Mountain" geholfen, einen neuen Modetrend zu setzen. Cowboystiefel und Holzfällerhemden sind nicht mehr verpönt, sondern der letzte Schrei.
Quelle: Kino.de /cma - Los Angeles, 10.04.2006
04. Juni 2006 : SPIEGEL ONLINE
MTV-Filmpreise
Jake küsste leidenschaftlicher als Angelina
Das wird Brad Pitt und Angelina Jolie nicht munden: Bei den MTV Movie Awards ist der Preis für den besten Film-Kuss nicht etwa an die beiden Jung-Eltern gegangen - sondern an die männlichen Hauptdarsteller von "Brokeback Mountain". Auch die Komödie "Wedding Crashers" räumte groß ab.
Los Angeles - Der Film mit Vince Vaughn und Owen Wilson in den Hauptrollen wurde am Samstagabend in Los Angeles mit drei Auszeichnungen geehrt, darunter der für den besten Film. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Isla Fischer als beste Nachwuchsschauspielerin und die beiden Hauptdarsteller als bestes Film-Team.
Die MTV Movie Awards waren auch in diesem Jahr wieder etwas anders als konventionelle Zeremonien. So parodierte Moderatorin Jessica Alba Kinohits wie "The Da Vinci Code", "Mission Impossible: III" und "King Kong". Alba gewann die Trophäe, ein Becher mit goldenem Popcorn, für ihren sexy Auftritt in "Sin City".
MTV MOVIE AWARDS: WENN JIM CARREY MIT ENGELN AUFTRITT
Jake Gyllenhaal gewann gleich zwei Preise: den als bester Schauspieler und gemeinsam mit Kollege Heath Ledger den für den besten Kuss im Schwulendrama "Brokeback Mountain". "Das ist eine Ehre, nicht nur für mich und Heath, sondern für euch alle, dass ihr diesen Film und diesen Kuss vor allen anderen gewählt habt", sagte Gyllenhaal vor den begeisterten Fans. Die beiden Schauspieler setzten sich in der Kuss-Kategorie unter anderem gegen Angelina Jolie und Brad Pitt ("Mr. & Mrs. Smith").
Aber auch die beiden Jungeltern wurden ausgezeichnet - sie lieferten nach Ansicht der Fans die beste Kampfszene ab. Jolie und Pitt kamen aber nicht selbst aus Namibia nach Culver City, um den Preis entgegenzunehmen.
Carrey und die Engel
Der MTV Generation Award ging in diesem Jahr an Jim Carrey. "Die Vielseitigkeit dieses Mannes lässt Thomas Jefferson aussehen wie einen riesigen Idioten", sagte Komiker Will Ferrel in seiner Laudatio. Carrey kam in Begleitung zahlreicher Engel ganz in weiß gekleidet auf die Bühne und tanzte vor Freude auf der Bühne.
Rapper LL Cool J überreichte Spike Lee den Silver Bucket of Excellence für "Do the Right Thing" aus dem Jahr 1989 über Rassenkonflikte in Brooklyn. Der Preis geht in jedem Jahr an einen älteren Film, der bis heute nicht an Bedeutung verloren hat. "Das Traurige ist, dass die Themen, die wir damals ansprechen wollten, heute noch immer Gültigkeit haben, also wie weit sind wir bisher gekommen?", fragte Lee das Publikum.
Ganz ohne Musik kann eine Preisverleihung bei MTV natürlich nicht über die Bühne gehen. Zu Gast waren das Soul-Duo Gnarls Barkley und die Rocker von AFI. Eine gewohnt knapp bekleidete Christina Aguilera stellte ihren neuen Song "Ain't No Other Man" vor.
Sandy Cohen, AP
Quelle: Spiegel Online
DIE GEWINNER IM ÜBERBLICK
Bester Film: "Wedding Crashers" Performance: Jake Gyllenhaal ("Brokeback Mountain") Comedic Performance: Steve Carell ("Jungfrau (40), männlich, sucht") Leinwand-Team: Vince Vaughn und Owen Wilson ("Wedding Crashers") Bösewicht: Hayden Christensen ("Star Wars Episode III: Die Rache der Sith") Nachwuchsdarsteller: Isla Fisher ("Wedding Crashers") Filmheld: Christian Bale ("Batman Begins") Sexy Darstellung: Jessica Alba ("Sin City") Kampfszene: Angelina Jolie gegen Brad Pitt ("Mr. und Mrs. Smith") Kuss: Jake Gyllenhaal und Heath Ledger ("Brokeback Mountain") Furchterregende Darstellung: Jennifer Carpenter ("Der Exorzismus der Emily Rose") Studentenpreis: Joshua Caldwell ("A Beautiful Lie") Silver Bucket of Excellence: Spike Lee ("Do the Right Thing") MTV Generation Award: Jim Carrey
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23.02.2006
Brokeback-Stars sollen nochmal küssen
New York (queer.de) - Die Produzenten der schwulen Sitcom "Will & Grace" haben die Brokeback-Mountain-Stars Jake Gyllenhall und Heath Ledger in ihre Show eingeladen. Dort sollen sie zwei schwule Cowboys spielen, die sich in einer Folge küssen. Laut Berichten des amerikanischen Magazins "In Touch" seien die beiden Schauspieler grundsätzlich daran interessiert, wollten sich aber zunächst auf die bevorstehende Oscarverleihung konzentrieren. Eine vorzeitige Zusage solle die Chancen bei der Verleihung der begehrten Trophäen nicht beeinflussen. (cs)
Quelle: www.queer.de
26.09.2007 In den höchsten Tönen
Das kann sicherlich nicht jeder Hollywoodstar von sich behaupten: Jake Gyllenhaal könnte mit einer Rolle bald als Vorlage für eine Oper dienen...
Jake Gyllenhaal wird für seine Rollen oftmals in den höchsten Tönen gelobt. Von den hohen Tönen wird es womöglich bald noch viele mehr geben - wortwörtlich gesprochen: Wie die amerikanische Tageszeitung "Daily News" berichtet, soll "Brokeback Mountain" und damit auch Jakes Rolle als schwuler Cowboy als Oper auf die Bühne gebracht werden. Den Segen von Annie Proulx, der Autorin der tragischen Geschichte über eine verbotene Liebe, hat das Projekt angeblich bereits. Und was für eine Ehre! ausgerechnet der Pulitzer-Preis-Gewinner Charles Wuorinen soll das Stück komponieren.
Wenn sich Jake da nicht mal glücklich schätzen darf: Schließlich kann nicht jeder Hollywoodstar von sich behaupten, dass nach seinem Vorbild eine ganze Oper geschaffen wurde.
Quelle: GALA.de












